Schweinebranche

Geschäftsführer von Suisseporcs tritt nach 20 Jahren zurück

3. September 2020, 12:15 Uhr
Felix Grob tritt nach 20 Jahren als Geschäftsführer von Suisseporcs zurück.
© Suisseporcs.ch
Als Geschäftsführer prägte Felix Grob die Verbandstätigkeit der Suisseporcs massgeblich. Nach 20 Jahren gibt er jetzt seinen Rücktritt für Ende September 2021 bekannt.

In den letzten 20 Jahren entwickelten sich die Schweinehaltung und die Aussenwahrnehmung des Verbandes signifikant. Durch sein langjähriges Engagement konnte Felix Grob neue Strukturen und Beständigkeit in die Organisation bringen.

Von Schweineproduzenten, deren Anliegen er stets sachlich und beharrlich vertrat, wurde ihm für seine analytische, fokussierte und korrekte Art viel Respekt und Akzeptanz entgegengebracht. Auch Transparenz war für ihn wichtig, ebenso wie die Kosten auf den Betrieben sowie Angebot und Nachfrage bei den Schweinen unter Kontrolle zu haben.

Herr Grob hat auf Anfrage von PilatusToday einige Fragen beantwortet:

Was war rückblickend die grösste Herausforderung für Sie, die es zu bewältigen galt?

Die grössten Herausforderung waren immer die neuen Gesetze und Verordnungen, die mit baulichen Anpassungen verbunden oder andern Investitionen verbunden waren. Speziell zu erwähnen sind das freie Abferkeln, die Kastration unter Schmerzausschaltung und das Verbot der Vollspaltenböden. Bei diesen neuen Vorgaben haben immer wieder Betriebe die Produktion aufgegeben.

Man hört immer wieder Kritik an der Haltung von Schweinen. Ist diese überhaupt berechtigt? 

Eine gewisse Kritik lasse ich in Einzelfällen gelten und damit wird dann leider auch Stimmung gemacht. Über alles gesehen, kann ich sie nicht verstehen. Wir produzieren heute 50 Prozent der Schweine mit einem wesentlich höheren Tierwohlstandard, mit Einstreu, mehr Platz und Auslauf. Leider können wir davon nur etwa 60 Prozent auch mit einem Mehrwert verkaufen. Die Konsumentinnen und Konsumenten wollen zwar höhere Tierwohlvorschriften, aber wenn sie im Laden vor dem Gestell stehen, wählen sie das günstigere Produkt oder fahren sogar über die Grenzen und kaufen Fleisch, das nach wesentlich tieferen Bedingungen produziert wurde. Das ist einfach nicht ehrlich!

Was ist es für ein Gefühl, etwas das man 20 Jahre begleitet und geprägt hat abzugeben?

Ein ganz spezielles. Ich konnte Einiges bewirken und bin erfreut, dass viele Produzenten die Veränderungen angenommen und gehandelt haben. Ich habe versucht, wie ein Produzent zu denken, habe aber auch die Realität des gesellschaftlichen und des marktwirtschaftlichen Wandels in mein Wirken einbezogen.

Nach der Bekanntgabe Ihres Rücktritts bleibt Ihnen noch ein Jahr Zeit. Gibt es Sachen, die Sie unbedingt noch abschliessen oder sicherstellen wollen?

Wir wollen das Marketing für die Schweizer Schweineproduktion verstärken. Ich möchte dazu meinen Beitrag leisten und viele Produzenten überzeugen, dass sie mit Stolz zeigen, was sie täglich machen. Es gibt leider viel Unwissen und Vorurteile. Die Konsumentinnen und Konsumenten sollten sich vermehrt direkt auf einem Hof ein Bild machen. (mda)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 3. September 2020 22:24
aktualisiert: 3. September 2020 12:15