Aufstand der «Ungehorsamen»

Heute öffnen Beizen und Läden trotz Lockdown ihre Türen

11. Januar 2021, 13:12 Uhr
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Quelle: Tele 1

«Ungehorsame» Gewerbler möchten auf ihre prekäre Lage aufmerksam machen und setzen dafür alles auf eine Karte. Mehrere Betriebe haben angekündigt, heute trotz Lockdown ihre Türen öffnen zu wollen. Dafür nehmen sie hohe Strafen in Kauf.

Unter der Initiative «Wir machen auf» organisierten sich die unzufriedenen Gewerbler untereinander, um gegen die verlängerten Massnahmen vorzugehen. Gemeinsam möchten sie heute trotz drohenden Strafen  ihre Geschäfte öffnen.

«Ich bin kaputt»

Franz Suter ist einer von ihnen. Einer, der unzufriedener kaum sein mag. «Ich kann einfach nicht mehr, ich bin kaputt. Das ist ein letzter Hilfeschrei», so der Inhaber des Lokals Mything in Schwyz. Ein verlängerter Beizen-Lockdown bedeutet wohl das Aus für seine Bistro-Bar. «Wir haben null Reserven.»

Die Präsidentin des Verbands Gastro Zug, Barbara Schneider, findet den Alleingang der Gewerbler ein riskantes Spiel, nicht nur wegen drohenden Bussen. «Ich fordere meine Kolleginnen und Kollegen auf, da nicht mitzumachen.» Die Aktion würde sich schlussendlich gegen die Bestrebungen der Verbände richten, welche mit der Politik versuchen, Lösungen zu finden.

Bis zu fünf Jahren Gefängnis

Die Gruppe an «Ungehorsamen» wächst stetig. Bereits am Donnerstagabend waren es über 5'000 Mitglieder in 68 Gemeinden. Mit der illegalen Öffnung von Restaurants oder Fitnessstudios, riskieren die Unternehmer im Höchstfall eine Strafe von bis zu fünf Jahren Gefängnis.

Trotzdem, völlig überraschend scheint die Aktion nicht zu kommen. Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Gewerbeverbands, sagt im «Tagi» etwa: «Es erstaunt mich nicht». Es gebe keinen Nachweis dafür, dass das Virus in den Läden vermehrt übertragen werde.

Barbara Schneider versteht zwar die Besitzer und Unternehmer, rät aber dringend davon ab: «Eine Öffnung der Betriebe wäre für unsere Branche kontraproduktiv, wir würden uns nur Lachhaft machen.» Ebenfalls sieht sie es als widersprüchlich, vom Staat Geld zu fordern, sich aber gleichzeitig strafbar zu machen.

Hashtags zu «WirMachenAuf» 

Auch auf Social Media verbreitet sich der Hashtag zur illegalen Öffnung am Montag.

(str/imü)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 7. Januar 2021 12:33
aktualisiert: 11. Januar 2021 13:12