Trend seit Corona

Immer mehr Kinder im Ferienlager haben Heimweh

22. Juli 2022, 14:55 Uhr
Kinder, die während der Lockdowns viel zuhause waren und Homeschooling hatten, spüren das Wegsein während eines Lagers besonders. Dass sie vermehrt Heimweh verspüren, überrascht einen Kinderpsychologen nicht.

Quelle: Video vom 18.7.022

Kinder, die während der Corona-Lockdowns viel Zeit im Homeschooling verbrachten, klagen offenbar vermehrt über Heimweh. Immer mehr Lagerleiterinnen und -leiter, die diesen Sommer in Pfadi-Lagern und anderen Camps aktiv sind, würden dies beobachten, zeigt ein Bericht der «Tamedia»-Zeitungen.

«Man kann ja auch zuhause bleiben»

Kinderpsychologe Matthias Federer aus Zürich bestätigt diesen Trend – und nennt einen plausiblen Grund dafür: Kinder und Jugendliche hatten während der Corona-Lockdowns nicht mehr so viel Zeit mit Gleichaltrigen verbracht und waren mehrheitlich nur noch zuhause.

«Heimweh ist eine Form von Trennungsangst. Corona hat diese Angst wieder auftreten lassen», so Federer, der ab diesem Trend nicht überrascht ist. «Kinder haben gemerkt: Man kann ja auch zuhause bleiben. Vor allem, weil Corona als etwas sehr Gefährliches angeschaut wurde.»

Gegenstände oder Telefontermine können helfen

Wenn ein Kind im Lager Heimweh habe, sei es umso wichtiger, dass die Lagerleitenden angemessen reagieren, um dieser Angst entgegenzuwirken: «Sie müssen Verständnis zeigen. Zudem müssen die Leitenden dem Kind aufzeigen, dass es ihm noch schlechter geht, wenn es dieser Angst nachgibt.»

Laut Federer können aber auch die Eltern für ihr Kind da sein: «Sie können dem Kind versichern, dass sie immer für ihn das sein werden. Man könnte dem Kind auch etwas mitgeben, das ihm Kraft gibt, ein Gegenstand etwa – oder im Lager ab und an einen Telefontermin abmachen.»

Apropos Lager: Dieses Wochenende findet das grösste Pfadi-Lager der Schweiz statt. Im Video oben erfährst du mehr dazu.

(mhe)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 22. Juli 2022 14:48
aktualisiert: 22. Juli 2022 14:55
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