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Seit Pandemiebeginn

Immer mehr suizidgefährdete Jugendliche – Pro Juventute veröffentlicht Zahlen

21. November 2021, 21:39 Uhr
Es sind traurige Rekorde: Seit Pandemiebeginn verzeichnet die Schweizer Stiftung Pro Juventute mehr und mehr Fälle von Jugendlichen, die aufgrund ihrer psychischen Gesundheit Hilfe suchen oder gar Selbstmordgedanken haben.
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Quelle: tvo

Dass die Coronapandemie vielen Menschen psychisch zusetzt, ist kein Geheimnis – nun hat die Schweizer Stiftung Pro Juventute Zahlen veröffentlicht, die zeigen, wie drastisch die psychischen Folgen von Kontaktbeschränkungen und der Pandemie generell bei jungen Menschen tatsächlich sind.

40 Prozent mehr Anrufe seit Pandemiebeginn

Rund 700 Anrufe pro Tag nimmt das Sorgentelefon 147 aktuell an, ein Höchstwert und rund 40 Prozent mehr als vor Corona. Und nicht nur die Anzahl der Anrufe steigt, auch muss Pro Juventute häufiger intervenieren und Jugendlichen helfen, die Suizidgedanken haben.

TVO hat sich zum Thema in St.Gallen umgehört. Das Verständnis der Menschen ist gross. So sagt beispielsweise Paul Zumsteg aus Steinebrunn: «Durch Corona haben die zwischenmenschlichen Kontakte gelitten und sind abgebrochen.» Für die Jugendlichen sei das besonders schwierig, sagt Claudia Lane aus St.Gallen. «Sie sind in der Entwicklung und brauchen ihre Freunde.»

Entwicklung hat sich abgezeichnet

Die Entwicklung hat sich indes schon länger abgezeichnet – die Fallzahlen bezüglich Suizidgedanken zeigen bei Pro Juventute seit Pandemiebeginn steil nach oben. 2019 haben durchschnittlich drei suizidgefährdete Personen täglich das Notfalltelefon genutzt, 2020 stieg die Zahl auf 5 und aktuell sind es sogar deren 7.

Aus diesem Grund steigen auch die akuten Krisenfälle: Jene, in denen Pro Juventute die Blaulichtorganisationen verständigen muss. Während 2019 57 solche Fälle verzeichnet wurden, sind es bis Ende September 2021 schon deren 98.

Die aktuellen Zahlen von Pro Juventute bestätigen die Bedenken von Kinder- und Jugendärzten, die bereits zu Beginn der Pandemie vor negativen Folgen für die psychische Gesundheit von jungen Menschen warnten.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 21. November 2021 21:03
aktualisiert: 21. November 2021 21:39