Schweiz

Impfwoche, Durchbrüche und Booster – 5 Fragen und Antworten

Medienkonferenz auf Fachebene

Impfwoche, Durchbrüche und Booster – 5 Fragen und Antworten

02.11.2021, 19:52 Uhr
· Online seit 02.11.2021, 15:55 Uhr
Die Experten des Bundes informierten am Dienstag über die aktuelle Coronasituation. Die Fallzahlen seien steigend, vor allem in der Ost- und Zentralschweiz. Es gibt vermehrt Ausbrüche, die Situation in den Spitälern sei aber stabil. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Medienkonferenz gibt es hier.
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Am Dienstag meldet das BAG 1'949 Coronafälle – fast 500 mehr als noch vor einer Woche. Weshalb steigen aktuell die Zahlen wieder?

Gemäss Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit BAG, spielen verschiedene Faktoren, unter anderem auch die Jahreszeit, eine Rolle. Wenn es draussen kälter ist, würden allgemein mehr Krankheiten kursieren. Zusätzlich seien vermehrt Impfdurchbrüche nach Veranstaltungen oder in Heimen aufgetreten. Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte VKS, sagt, dass die meisten Fälle einen milden und kurzen Verlauf haben und sich die Ausbrüche derzeit gut eindämmen liessen.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Wo gibt es derzeit besonders viele Fälle?

Rudolf Hauri sagt, dass es vermehrt in Altersheimen, nach Veranstaltungen oder Partys zu Impfdurchbrüchen gekommen sei. Masserey ergänzt, dass vermehrt jüngere Personen betroffen sind. «Bei den Nicht-Geimpften waren seit dem 21. Juni die Hälfte der erkrankten Personen jünger als 52 Jahre.» Besonders hoch sei die Zahl der Fälle in der Ostschweiz und der Zentralschweiz. Gemäss BAG würden die Fallzahlen zwar derzeit täglich steigen, nicht aber die Zahl der Spitaleinweisungen.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

Wie viele Impfdurchbrüche gibt es – also Personen, die trotz doppelter Impfung erneut an Corona erkrankten?

Virginie Masserey hat dazu keine Zahlen. «Viele gehen nicht zum Arzt, wenn sie geimpft sind und krank werden, und dann gibt es keine Meldepflicht.» Deshalb würde das BAG diese Zahlen nicht kennen. Die Kantone wissen durch das Contact Tracing teilweise, wie die Situation ist. «Natürlich können auch Geimpfte erkranken, aber deutlich weniger als Nicht-Geimpfte», sagt Masserey.

Weshalb kommt es beispielsweise in Heimen zu Impfdurchbrüchen?

In manchen Fällen sei es so, dass das Coronavirus durch das Personal oder Besucher reingebracht wird, sagt Rudolf Hauri. «Es ist nicht so, dass es keine Fälle gibt, wenn eine Institution vollständig geimpft ist. In Institutionen, die gut geimpft sind, bleibt es aber beschränkt auf wenige Fälle.»

Mit einer nationalen Impfwoche vom 8. bis zum 14. November von Bund und Kantonen soll die Durchimpfungsrate erhöht werden. Die Bevölkerung hat dann die Möglichkeit, sich an verschiedenen Orten einfach und ohne Anmeldung impfen zu lassen. Das ist teilweise schon jetzt möglich, was gibt es in dieser Woche noch?

Gemäss Rudolf Hauri werden auch Jugendvereine, Migrantenvereine oder religiöse Gruppen direkt angesprochen. Es werden Impfungen in Shoppingcentren oder in Moscheen möglich sein und es gibt diverse mobile Impfstationen. Ausserdem werde in den Kantonen die Auffrischungsimpfung (Booster) geplant. Die Empfehlungen dazu sollen diese Woche erscheinen und ab Mitte November soll die Auffrischungsimpfung verabreicht werden.

(abl)

veröffentlicht: 2. November 2021 15:55
aktualisiert: 2. November 2021 19:52
Quelle: FM1Today

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