Wegen Todesfällen

In der Schweiz schwindet das Vertrauen in Pflegeheime

17. Januar 2021, 06:15 Uhr
Fast täglich erscheinen Meldungen über neue Infektionsherden, die vielen Bewohnern das Leben kosten.
© KEYSTONE/Ti-Press/Pablo Gianinazzi
Laut der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» schwindet in der Schweiz das Vertrauen in Alten- und Pflegeheime. Dies sei der Situation geschuldet, dass über die Hälfte aller Coronavirus-Toten in der Schweiz in Pflegeheimen lebten.

Laut Experten würden die aktuellen Negativschlagzeilen die Alterspflege grundlegend verändern. «Die ablehnende Haltung gegenüber Pflegeinstitutionen hat sich nochmals verstärkt», sagte etwa der Altersforscher und Soziologe Francois Höpflinger von der Universität Zürich in der «SonntagsZeitung».

Grund seien Todesfälle und Besuchsverbot

Bereits spüren die Schweizer Pflegeheime, dass Familien zurückhaltender sind als früher, ihre Verwandten ins Heim zu schicken und beklagen zunehmende Leerbestände. So sei nach Angaben der kantonalen Dachverbände in der französischsprachigen Schweiz die Reduzierung der Bettenbelegung zwischen drei und zehn Prozent, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» weiter berichtete.

Als Gründe für diese Entwicklung seien einerseits die zahlreichen Todesfälle in Alten- und Pflegeheimen genannt. Auf der anderen Seite zögerten Familien aber auch, ihre Angehörigen in Pflegeheimen unterzubringen, weil sie dann oftmals nicht mehr in der Lage seien, ihre Eltern oder Grosseltern zu besuchen, hiess es weiter.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 17. Januar 2021 06:15
aktualisiert: 17. Januar 2021 06:15