Artenvielfalt

In Zürich hats 40 Prozent weniger Igel

13. Oktober 2022, 13:50 Uhr
Die Populationen der Igel, Feldhasen und Auerhühner haben in der Schweiz abgenommen. Sie gehören laut WWF zu den besonders gefährdete Tierarten in der Schweiz. Erfolge feiern konnten die Naturschützer beim Bartgeier und beim Biber.
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In den letzten 25 Jahren habe die Igel-Population in der Schweiz stark abgenommen. In der Stadt Zürich nämlich etwa um 40 Prozent. Jetzt lebten noch 900 Igel in Zürich auf einem um 18 Prozent geschrumpften Verbreitungsgebiet. Beim Feldhasen habe sich die Dichte zwischen 1990 und 2019 von gut 4,5 auf 2,5 Hasen pro 100 Hektar verringert. Ferner sei zwischen 1990 und 2017 gut jedes dritte Auerhuhn verschwunden. Dies berichtet der WWF Schweiz anlässlich seines Living-Planet-Reports 2022.

Der Igel ist der grosse Verlierer

Der Grund für den massiven Rückgang der Igelpopulation sei laut «Tages-Anzeiger»  kaum untersucht. Es hänge aber mit einem Verlust von Lebensraum und Nahrung zusammen – zumindest teilweise. Gravierend sei wohl, dass die Gärten und sonstige Grünflächen, in denen sich Igel aufhielten, nicht mehr so gut miteinander verbunden seien. Zu grossen Hindernissen würden die Zäune und Strassen.

Fachleute gehen davon aus, dass die Arten in Zürich in ihrer Gesamtzahl zunehmen. Was überraschend erscheinen mag, hat einen traurigen klimarelevanten Grund: Wegen der Erwärmung wandern wärmeliebende Arten nach Zürich. Einheimische Arten, denen es zu warm wird, sind aber noch nicht vollständig verschwunden.

Bartgeier und Biber kommen häufiger vor

Laubfrosch, Kreuzkröte und Feldleche gelten in der Stadt Zürich als ausgestorben. Der Bestand der Rehe wird auf 240 in Zürcher Wäldern geschätz. Ihr Lebensraum schwindet aber allmählich. Zudem kommt es immer wieder zu Kollisionen mit Autos. Skorpione sind in der Stadt Zürich zwar nicht heimisch, doch sie werden immer wieder eingeschleppt. Bisher sind es drei unterschiedliche Arten, jeweils aus Südeuropa.

Im Kampf gegen das Artensterben seien auch schweizweit Erfolge zu verzeichnen, schreibt der WWF Schweiz. So sei die Zahl der Bartgeier seit der Wiederansiedlung 1991 mit drei Jungvögeln wieder auf rund 250 Vögel gestiegen. Die Zahl der Biber hat sich seit der letzten Zählung 2008 auf rund 3500 Exemplare verdoppelt.

«Der Verlust kann gestoppt werden»

Die Chance, das Artensterben zu stoppen biete sich an der Weltnaturschutzkonferenz (COP15) in diesem Dezember. Dort werde ein neues globales Abkommen zum Erhalt der biologischen Vielfalt verhandelt. Ziel sei es, das Artensterben und den Verlust von Ökosystemen zu stoppen. Der WWF zähle auf die offizielle Schweiz, sich in Montreal für ambitionierte Ziele für die Natur einzusetzen.

(hap)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 13. Oktober 2022 13:50
aktualisiert: 13. Oktober 2022 13:50