Ausschreitungen

Jungparteien fordern nach Krawallen von Bundesrat «Perspektiven»

5. April 2021, 14:55 Uhr
Die Spitzen der Jungparteien von Mitte, Grünliberalen, EVP, SP und den Grünen fordern in einem Brief einen Austausch mit dem Bundesrat.
© Junge Mitte Schweiz
Angesichts der Coronavirus-Pandemie und der Krawalle in St. Gallen haben fünf Schweizer Jungparteien am Montag in einem offenen Brief vom Bundesrat «dringend Perspektiven» gefordert. Die Allianz verlangte mehr Mitspracherechte für Junge im Krisenmanagement.

Die Spitzen der Jungparteien von Mitte, Grünliberalen, EVP, SP und den Grünen möchten einen Austausch mit dem Bundesrat, wie es in dem am Montag im Internet veröffentlichten Schreiben hiess. Unter anderem sollen Jugendliche bei mit einer Impfung verknüpften Lockerungsmassnahmen nicht diskriminiert werden. Für Junge mit psychischen Problemen brauche es zudem ein ausreichendes Hilfsangebot.

Die Jungparteien machten sich dafür stark, dass an den Ausbildungsstätten umgehend wieder Präsenzunterricht stattfinden kann. Möglich machen sollen das eine rigorose Teststrategie und entsprechende Schutzkonzepte. Dank Coronatests und Kontaktverfolgung sollten zudem für Jugendliche neue Lockerungen erwogen werden, sobald diese epidemiologisch vertretbar seien.

Parteien verurteilten Gewalt

«Unsere Generation braucht dringend wieder Perspektiven», hiess es im Brief. Immer mehr Jugendliche fühlten sich nicht mehr verstanden. Die steigende Zahl der jungen Menschen mit schweren psychischen Problemen hätten bereite grosse Sorgen.

Hintergrund der Forderungen sind die Ausschreitungen in St. Gallen am Freitagabend. Dabei griffen gewaltbereite Jugendliche Polizisten mit Flaschen, Knallkörpern und einem Molotowcocktail an. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Gummischrot und Reizgas. Zwei Menschen wurden verletzt. Im Nachgang wies die Polizei über 500 Personen vorübergehend aus der Stadt weg.

Die Jungparteien verurteilten die Gewalt. Sie schrieben, dass in den Berichten über das Ereignis jedoch die Stimmen all jener Jugendlichen untergehen würden, die sich seit über einem Jahr an die behördlichen Regeln wegen der Coronavirus-Pandemie hielten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. April 2021 14:55
aktualisiert: 5. April 2021 14:55