Zwei Initiativen hängig

Juso sorgt sich um Recht auf Abtreibung

8. Mai 2022, 09:03 Uhr
Rund 150 Personen haben am Samstag in Bern für das Recht auf Abtreibung demonstriert. Dazu aufgerufen hatten die Jungsozialistinnen. Auslöser war ein Urteilsentwurf des amerikanischen Supreme Court, der Anfang Woche geleakt wurde.
Die Juso-Präsidentin sorgt sich um das Recht auf Abtreibung in der Schweiz. (Archivbild)
© Keystone

Demnach plant die Mehrheit der höchsten US-Richter, das Recht auf Abtreibung zu kippen. «Im Moment können wir auf der ganzen Welt beobachten, wie konservative Fundamentalisten das Recht auf Abtreibung frontal angreifen. Diese gefährliche Entwicklung macht auch vor der Schweiz nicht halt», sagt Juso-Präsidentin Ronja Jansen gegenüber «SonntagsBlick».

Zwei hängige Initiativen in der Schweiz

Tatsächlich wurden hierzulande erst im Dezember zwei Initiativen lanciert, die Einschränkungen bei Schwangerschaftsabbrüchen vorsehen – die «Einmal darüber schlafen»-Initiative und die Initiative «Lebensfähige Babys retten». Unterstützt werden die Vorlagen unter anderem von den SVP-Nationalrätinnen Andrea Geissbühler und Yvette Estermann.

«Die Initiativen gehen zwar weniger weit als die kompletten Verbote, die in anderen Ländern durchgesetzt werden, aber klar in dieselbe Richtung», moniert Ronja Jansen. Auch sie wollten Frauen vorschreiben, was sie mit ihrem Bauch zu tun haben und was nicht. Andrea Geissbühler widerspricht: Bei den Vorlagen gehe es nicht darum, das Selbstbestimmungsrecht der Frauen einzuschränken, sondern Kind und Mutter zu schützen.

Rechte des Kindes schützen

Wie bei anderen wichtigen Entscheidungen im Leben mache es auch beim Thema Schwangerschaftsabbruch Sinn, eine Nacht darüber zu schlafen, sagt sie gegenüber «SonntagsBlick». Ausserdem: Sobald ein Kind lebensfähig ist, habe nicht mehr nur die Mutter Rechte, sondern auch das Kind. «Zudem hat man lange genug Zeit, sich vorher zu entscheiden. Wenn man das nicht bis zur 22. Schwangerschaftswoche schafft, finden wir, dass das Kind die Chance haben sollte zu überleben.»

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. Mai 2022 08:17
aktualisiert: 8. Mai 2022 09:03
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