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Neuer Weltrekord

Keiner kennt die Zahl Pi so genau wie die Schweiz!

20. August 2021, 17:18 Uhr
Die FH Graubünden hat den alten Rekord der Zahl Pi um zusätzlich 12,8 Billionen Ziffern übertroffen. Die Supercomputer-Berechnung dauerte 108 Tage und neun Stunden – das ist fast 3,5-mal so schnell wie der vorherige Rekord.
Es dauerte über drei Monate, bis der bisherige Weltrekord geknackt werden konnte.
© ArgoviaToday

3,1415926535... Das ist Pi, oder zumindest die ersten Ziffern der Kreiszahl mit den unendlich vielen Nachkommastellen. Der Hochleistungsrechner am Zentrum für Data Analytics, Visualization and Simulation (DAViS), hat den alten Weltrekord von 50 Billionen Stellen um zusätzlich 12,8 Billionen neue, bis anhin unbekannte Stellen übertroffen.

Zur Einordnung: Eine Billion – das sind tausend Milliarden. Oder eine Million Millionen. Oder eine Eins mit zwölf Nullen. Ökonomisch betrachtet käme man auf knapp eine Billion, würden alle (!)  deutschen Arbeitnehmer ihre Jahresgehälter zusammenlegen.

Und wie lange hat es gedauert, um den neuen Super-Rekord aufzustellen? 108 Tage und neun Stunden, also gut drei Monate. Das ging fix. Um genau zu sein: Fast doppelt so schnell wie der Rekord, welchen Google in seiner Cloud im Jahr 2019 aufgestellt hat und etwa 3,5-mal so schnell wie der letzte Weltrekord aus dem Jahr 2020.

Und was bringt das jetzt genau?

So weit so gut. Wenn man aber bedenkt, dass selbst die Berechnung von Pi auf 100 Stellen ein totaler Overkill ist, warum sollte man sich dann die Mühe machen, auf 62,8 Billionen Nachkommastellen zu gehen?

Der praktische Nutzen, Pi so genau zu kennen, geht gegen Null. Ziel des Projektes sei vor allem, die Fähigkeiten des eigenen Hochleistungscomputers unter Beweis zu stellen, so der Projektleiter Thomas Keller. Und die Bilanz? «Wir wissen jetzt, dass unsere Infrastruktur bereit für die Zukunft ist. Die Zahl Pi hat für uns aber keine Bedeutung, sie diente uns als Mittel zum Zweck.» Gefreut darüber, dass der Rekord geknackt werden konnte, hat sich Keller trotzdem. Und das, obwohl er erst einen Tag später vom Erfolg erfahren hat. «Ich war gerade in den Bergen beim Wandern und hatte keinen Handyempfang», fügt er hinzu und lacht.

Prof. Dr. Heiko Rölke, Leiter des DAViS, äusserte sich in einer Mitteilung am Montag ähnlich: «Wir wollten mit dem Rekordversuch mehrere Ziele erreichen. Im Laufe Vorbereitung und Durchführung der Berechnungen haben wir viel Know-how aufbauen können und unsere Abläufe optimiert. Das kommt jetzt vor allem unseren Forschungspartnern zugute, mit denen wir gemeinsam rechenintensive Projekte in der Datenanalyse und der Simulation durchführen.»

Seit der alten babylonischen Zeit versuchen die Menschen mit unterschiedlichem Erfolg, sich der Konstanten anzunähern, die mit 3,14159 beginnt. 1873 berechnete der Amateurmathematiker William Shanks Pi von Hand auf 707 Stellen. Erst Jahrzehnte nach seinem Tod stellte sich heraus, dass er einen Fehler an der 528. Dezimalstelle gemacht hatte.

(noë)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 19. August 2021 11:53
aktualisiert: 20. August 2021 17:18