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Parlament

Kommt der Wolf-Abschuss durch die Hintertür?

12. März 2021, 07:06 Uhr
Es ist noch nicht einmal ein halbes Jahr her, seit die Stimmberechtigten in der Schweiz Nein gesagt haben zum neuen Jagdgesetz. Und damit auch Nein zum Abschuss des Wolfs. Trotzdem: Gestern hat das eidgenössische Parlament schon wieder verlangt, dass man den Wolf im Notfall abschiessen darf. Dies ärgert die Tierschützer und freut die Schafbesitzer.
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Quelle: PilatusToday

Seit dem letzten Sommer wurden dem Wanderhirten Ernst Vogel zwölf Schafe gerissen. Acht davon im Sommer auf der Alp, vier im Winterquartier. Das letzte Schaf verstarb im November in Schachen bei Malters. Das Schaf gab keinen schönen Anblick, wie Vogel erzählt: «Zu Beginn sah man nicht, dass mit dem toten Schaf etwas nicht stimmte, es war voller Blut. Für die DNA-Probe mussten wir das Tier umdrehen und da haben wir gesehen, dass ihm die ganze Vorderlaffe gefehlt hat.» Das Tier habe noch gelebt, als er es vorgefunden hat. «Der Wolf hat dem Schaf bei lebendigem Leibe den Fuss abgezehrt. Es erlitt einen qualvollen Tod.»

«Man versucht, den Wolf per Hintertür abzuschiessen»

Vor einem halben Jahr hat das Schweizer Volk Ja gesagt zu den rund 100 Schweizer Wölfen. Jaqueline Dehmel vom Tierschutz Nidwalden, versteht die Taktik der Politiker in Bern deshalb nicht. «Ich finde es schade, es macht den Anschein, als ob gewisse Initianten diesen Entscheid nicht akzeptieren können oder wollen. Statt gemeinsam an einen Tisch zu sitzen und ein besseres Jagdgesetz auszuarbeiten, versucht man nun, den Wolf per Hintertür abzuschiessen.»

Welche Möglichkeiten der Wanderhirte Ernst Vogel mit dem Wolf in der Nähe hat, siehst du oben im Video.

Auch im TalkTäglich wurde diskutiert.

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Quelle: TeleZüri

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 12. März 2021 07:00
aktualisiert: 12. März 2021 07:06