Managerlöhne

Löhne und Boni von Konzernmanagern sind 2020 etwas zurückgegangen

26. März 2021, 10:25 Uhr
Der Haufen war auch schon grösser. (Symbolbild)
© KEYSTONE/ALESSANDRO CRINARI
Die Coronakrise hat sich kaum auf die Höhe der Saläre der bestverdienenden Konzernchefs der Schweiz ausgewirkt. Die Löhne und Boni der übrigen Geschäftsleitungsmitglieder der SLI-Konzerne sind 2020 tendenziell aber gesunken.

Im Durchschnitt erhielten die obersten Chefs der grössten börsenkotierten Unternehmen letztes Jahr etwas über 6,2 Millionen Franken als Lohn und Bonus, wie eine Datenanalyse der Nachrichtenagentur AWP ergab. Statistisch betrachtet waren die Saläre der Konzernchefs 2020 damit in etwa gleich hoch wie 2019 - trotz Pandemie.

Weniger Geld und Aktien gab es hingegen für die übrigen Mitglieder der obersten Managements: Die Durchschnittsvergütung pro Konzernleitungsmitglied - den CEO jeweils nicht mitgerechnet - betrug 2020 etwas mehr als 2,6 Millionen Franken. Das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Damit setzt sich der Trend des letzten Jahres fort: Bereits 2019 sind die Saläre von Geschäftsleitungsmitgliedern im Vergleich zu 2018 um fünf Prozent gesunken.

Von AWP ausgewertet wurden die Angaben jener 25 Unternehmen aus dem Swiss Leader Index (SLI), die bis zum 26. März ihren Geschäftsbericht veröffentlicht haben.

UBS gegen den Trend

19 Prozent weniger Lohn und Boni bekamen zum Beispiel die Geschäftsleitungsmitglieder von Roche. Bei Julius Bär gab resultierte ein Minus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, bei der Credit Suisse fielen die Saläre zehn Prozent tiefer aus.

Grosse Ausnahme ist die UBS, die 2020 über 100 Millionen Franken an die 12 Konzernleitungsmitgliedern neben CEO Sergio Ermotti ausschüttete. Damit wurden die Mitglieder der UBS-Exekutive im Schnitt mit über 8,5 Millionen Franken entlöhnt - das ist 14 Prozent mehr als noch im Vorjahr und mit grossem Abstand die höchste Entlöhnung aller Geschäftsleitungsmitgliedern von SLI-Unternehmen.

Narasimhan erhält deutlich mehr Salär

Während viele Geschäftsleitungsmitglieder von SLI-Unternehmen ein etwas tieferes Salär erhielten, sind Lohn und Boni von vielen Konzernchefs gestiegen. Rund die Hälfte der obersten Firmenlenker im SLI hat im Vergleich zum Vorjahr ein höheres Salär bekommen. Grösster Gewinner ist Novartis-Chef Vasant Narasimhan. Er verdiente in seinem dritten Jahr beim Pharmakonzern - Barauszahlungen und andere Entlöhnungen zusammengezählt - etwas über 12,7 Millionen Franken. Das sind 20 Prozent mehr als 2019.

Damit ist Narasimhan neu auf Platz drei der bestverdienendsten Firmenchefs der Schweiz. Mehr Geld erhalten haben 2020 nur Roche-CEO Severin Schwan mit 14,6 Millionen Franken und Ex-UBS-Chef Sergio Ermotti, der trotz Ablösung durch Ralph Hamers Anfang November 2020 13,3 Millionen Franken kassiert hat.

Deutlich weniger Lohn und Boni für Hayek

Da die Fluktuation in der Chefetage der grossen Firmen relativ hoch ist, kommt es nicht selten vor, dass auch ehemalige CEOs noch auf der Lohnliste stehen. So zahlte beispielsweise ABB für Ex-Chef Ulrich Spiesshofer 2020 aufgrund der Kündigungsfrist und eines vereinbarten Wettbewerbverbots nochmals über 5 Millionen Franken, obwohl dieser den Industriekonzern bereits im April 2019 verlassen hat.

Einige Firmenchefs mussten im Corona-Jahr 2020 aber auch Einbussen bei ihren Salären hinnehmen. Allen voran Swatch-CEO Nick Hayek, der mit rund 4,6 Millionen Franken über ein Viertel weniger verdient hat als noch 2019.

Quelle: sda
veröffentlicht: 26. März 2021 10:25
aktualisiert: 26. März 2021 10:25