Wie das Original

Metzger ärgern sich über die Namen veganer Ersatzprodukte

Robert Steinegger, 15. Juli 2020, 20:29 Uhr
Für die Fleischindustrie ist die Wurst nicht gleich Wurst.
Ob veganes Hackfleisch oder ein veganes Schnitzel: Der Name bei Fleischalternativen ist oft derselbe wie beim Original. Das nervt die Fleischbranche. Die Schweizer Vegan-Organisation findet die Diskussion überflüssig.

Mit dem Sommer startet auch die Grillsaison und somit steigt der Konsum von Burgern, Würsten oder Steaks. Gerade beim Barbecue im eigenen Garten, auf dem Balkon oder an einer Feuerstelle lässt sich so ein idealer Sommertag ausklingen.

Auch für Veganer und Vegetarier gibt es mittlerweile ein breites Angebot an Grilladen. Fleischersatzprodukte wie vegane Bockwurst oder ein veganes Steak sind in jedem Grossverteiler zu finden. Doch genau ab dieser Namensgebung der Ersatzprodukte nervt sich die Fleischbranche.

Lisa Matter von der Metzgerei Matter in Kriens, welche bereits seit 22 Jahren im Vier-Generationen-Betrieb arbeitet, findet es generell in Ordnung, dass Fleischersatzprodukte für Veganer hergestellt werden. Trotzdem wirft die Namensgebung der verschiedenen Ersatzprodukte Fragen bei ihr auf.

Weil für die Metzgerin «Veganer Fleischkäse» nichts mit einem richtigen Fleischkäse zu tun habe, sollte dieser auch neu benannt werden. «Für mich sind solche Ersatzprodukte eine neue Art von Ernährung. Deshalb finde ich es einfach ideenlos und schade, dass diese Produkte, welche nichts mit dem Original zu tun haben, keinen eigenen Namen bekommen», meint sie.

Laura Lombardini, Geschäftsleiterin des Vereins «Vegane Gesellschaft Schweiz», kann den ganzen Aufruhr über das Thema nicht verstehen. Man solle sich lieber mit der Haltung der Tiere und dem Konsum von tierischen Produkten auseinandersetzen und nicht über eine Produktbezeichnung diskutieren: «Für mich ist dieser Vorwurf völlig absurd.» Bei Bezeichnungen wie «Wurst» oder «Burger» spreche man lediglich von der Form des Lebensmittels.

Sprachenstreit in Frankreich in vollem Gange

Wie die Luzerner Zeitung berichtet, hat die «Grande Nation» kürzlich ein neues Gesetz zur transparenten Information bei Lebensmitteln angekündigt. Hauptsächlich soll es dabei um die Absicht gehen, dass Namen von Lebensmitteln, welche mit tierischen Zutaten assoziiert werden, nicht verwendet werden dürfen.

Wenn beispielsweise ein Burger statt mit Rindfleisch, mit Randen hergestellt wird, darf dieses Produkt nicht als Burger bezeichnet werden. Dieser Streit zeichnet sich nun auch in der Schweiz ab.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. Juli 2020 18:07
aktualisiert: 15. Juli 2020 20:29