Detailhandel

Modekette Chicorée mit Umsatztaucher wegen Corona-Lockdown

7. Januar 2021, 11:50 Uhr
Trotz Corona-Lockdown hat die Modekette Chicorée die Zahl ihrer Filialen 2020 weiter erhöht. (Archivbild)
© KEYSTONE/OBS/CHICORÉE MODE AG/OBS/CHICORÉE MODE AG/MARTIN RICH
Die Modekette Chicorée hat im vergangenen Jahr wegen des Corona-Lockdowns einen Umsatztaucher erlitten. Dennoch blieb der Gewinn auf dem Niveau vor dem Ausbruch der Pandemie.

Insgesamt sei der Umsatz im 2020 um 15 Prozent auf 135 Millionen Franken gefallen, teile das Unternehmen mit Sitz in Dietikon am Donnerstag in einem Communiqué mit. Schuld daran seien die monatelangen Filialschliessungen in der Schweiz während des Lockdowns im vergangenen Frühling. Vor allem die Bahnhofsfilialen und vielbesuchte Innenstadtlagen hätten massive Umsatzeinbussen erlitten. Ländliche Standorte hätten indes verhältnismässig gut abgeschnitten.

Ausserhalb des Lockdowns habe der Umsatz sogar um 2 Prozent zugelegt, sagte Co-Geschäftsführer Pascal Weber im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Unter dem Strich sei das Ergebnis im 2020 trotz des Umsatzrückgangs erstaunlich gut. Die von seinem Vater Jörg Weber gegründete Chicorée-Gruppe habe einen Reingewinn in etwa auf dem Niveau des Vorjahres 2019 erzielt, sagte Weber.

Man habe die Kosten senken können durch Kurzarbeitsentschädigung, durch das Entgegenkommen der Vermieter sowie Kürzungen des Einkaufbudgets. Überdies habe das Unternehmen die Ausgaben für Marketing und Logistik gestutzt.

Mit blauem Auge davongekommen

«Wir sind mit einem blauem Auge davongekommen», sagte Weber. Mitarbeiter habe man nicht abgebaut. Der Personalbestand sei sogar gestiegen, weil Chicorée drei Filialen mehr habe als 2019. Gesamthaft zählt die Gruppe 167 Standorte in allen Landesteilen und beschäftigt über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Im laufenden Jahr will Chicorée weiter expandieren. Es seien 5 bis 10 neue Standorte geplant. Potenzial ortet Weber vor allem in der Romandie. An den Ausbauzielen halte man fest ungeachtet der Pläne des Bundesrates, Läden des nicht lebensnotwendigen Bedarfs zur Eindämmung der Pandemie wieder zu schliessen.

Trotz der zweiten Ansteckungswelle zeigte sich Weber zuversichtlich: «Wir sind sehr positiv, dass wir 2021 wieder an 2019 anschliessen können. Wir sind gelassener, weil wir das Coronajahr 2020 relativ gut gemeistert haben.» Mitte Jahr will Chicorée einen Onlineshop eröffnen, nachdem Firmengründer und -inhaber Jörg Weber vom Internetgeschäft nicht überzeugt war.

Nun hat aber ein Generationenwechsel an der Spitze stattgefunden. Jörg Weber hat sich 2020 nach über 38 Jahren operativer Tätigkeit in den Verwaltungsrat zurückgezogen, wo er Präsident ist, und die Geschäftsführung an den neuen CEO Thomas Ullmann übergeben. Die beiden Söhne Pascal und Mathias Weber haben die Funktionen als Co-CEOs übernommen und sind in die Geschäftsführung eingetreten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 7. Januar 2021 11:50
aktualisiert: 7. Januar 2021 11:50