Wetter

Nach dem Sturm «Luis» kommt der Winter zurück

15. März 2021, 05:56 Uhr
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Quelle: CH Media Video Unit

Nach dem Sturm «Luis» mit Windspitzen von über 160 Kilometern pro Stunde hat Mitte März noch einmal der Winter das Zepter übernommen. In den Walliser Alpen fielen über 30 Zentimeter Neuschnee. Auch das Flachland wurde teilweise überzuckert.

Verantwortlich für den Wetterwechsel auf den Sonntag war die Kaltfront, die hinter «Luis» deutlich kühlere Luft in die Schweiz führte, wie SRF Meteo am Sonntag auf Twitter mitteilte. In den kommenden vier Tagen wird es laut dem Wetterdienst meteocentrale.ch mit einer Nordstaulage noch mehr Schnee geben. Stellenweise wird bis zu einem Meter Neuschnee erwartet.

Die grösste Neuschneemenge wurde laut Meteoschweiz mit 39 Zentimetern auf der Schwägalp auf der Grenze zwischen den Kantonen St. Gallen und Appenzell-Ausserrhoden gemessen. In den Walliser Alpen und in den Voralpen gab es verbreitet 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee. Der Wintereinbruch bescherte sogar dem Mittelland da und dort wieder ein Schäumchen Schnee, etwa im Luzernischen Luthern, Glarus oder Eriswil im Kanton Bern.

Grosse Lawinengefahr

Der Wintereinbruch erhöhte die Lawinengefahr in den Bergen. Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung WSL gab am Sonntagabend die zweithöchste Gefahrenstufe 4 (grosse Lawinengefahr) für das Unterwallis sowie den nördlichen Alpenkamm von den Dents du Midi bis in die Glarner Alpen heraus. Für den restlichen Alpenraum galt die Gefahrenstufe 3 (erhebliche Lawinengefahr).

Meteocentrale.ch meldete die stärkste Windböe von Sturmtief «Luis» mit 161 km/h für den Hohen Kasten an der Grenze der Kantone Appenzell-Innerrhoden und St. Gallen. Auf dem Chasseral im Jura wurden laut Meteoschweiz am Samstagnachmittag 144 km/h gemessen, auf dem Moléson FR 130 km/h, auf dem Üetliberg bei Zürich 123 km/h und auf dem Bantiger bei Bern 122 km/h.

Einsatzkräfte im Dauerdienst

Der Sturm löste Dutzende von Schadensmeldungen und Einsätzen von Polizei und Feuerwehr in den betroffenen Gebieten aus. In den Kantonen Bern, Aargau und Zürich rückten die Einsatzkräfte insgesamt jeweils über sechzig Mal aus, wie die jeweiligen Polizeikorps mitteilten. Die meisten Einsätze betrafen umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, umgeblasene Verkehrsschilder oder Bauabschrankungen.

In der Stadt Bern wurde nach Angaben von Schutz und Rettung Bern ein Auto unter einem grossen abgebrochenen Ast eines Baumes begraben. In Dietikon ZH blies der Sturmwind ein ganzes Baugerüst um. Auf dem Zürichsee geriet ein Boot in Seenot und lief mit Wasser voll. In der Freiburger Gemeinde Montagny kam es zu einem Stromausfall.

Der Wintereinbruch führte auch auf Strasse und Schiene zu Problemen. So meldete die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden mehrere Verkehrsunfälle in der Nacht auf Sonntag. Es blieb bei Blechschäden. Zwischen Villars-sur-Ollon und Col-de-Bretaye im Kanton Waadt war die Bahnstrecke am Sonntagnachmittag wegen eines umgestürzten Baums unterbrochen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 14. März 2021 18:10
aktualisiert: 15. März 2021 05:56