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Laute F-35-Kampfjets

Nach Kritik aus Emmen: Armee verspricht weniger Flüge

27. Juli 2021, 06:21 Uhr
Anwohnerinnen und Anwohner beim Flugplatz Emmen wehren sich weiter gegen die Anschaffung des neuen Kampfjets F-35. Sie befürchten mehr Fluglärm. Nun reagiert die Armee. Die Gemeinde Emmen gibt sich zurückhaltend.
Der Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen wehrt sich weiter gegen den neuen Kampfjet F-35.
© KEYSTONE/Peter Klaunzer

Vor einem Monat hat Verteidigungsministerin Viola Amherd bekannt gegeben, dass künftig 36 Kampfjets des US-Herstellers Lockheed Martin den Schweizer Luftraum schützen sollen (PilatusToday berichtete). Der F-35 habe in der Evaluation den mit Abstand besten Gesamteindruck hinterlassen. Zudem sei er bei den Gesamtkosten um zwei Milliarden Franken günstiger als der Rest.

Die Kritik liess jedoch nicht lange auf sich warten. Nur wenige Tage nach der Bekanntgabe des Kampfjet-Entscheids meldete sich der Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen (SFE) zu Wort – und kritisierte den geplanten Kauf des Kampfjets F-35. Der Verband befürchtet mehr Fluglärm (PilatusToday berichtete).

Messungen hätten ergeben, dass der F-35 rund drei Dezibel lauter ist als der F/A-18, der aktuell in Betrieb ist. In Dänemark, wo das Militär auch mit der F-35 fliegt, ist es wegen der Lärmbelastung bereits zu Lärmklagen gekommen.

Armee reagiert auf Kritik

Das Bundesamt für Rüstung Armasuisse zeigte Verständnis für die Kritik. Es liess ausrichten, dass das Thema Lärm sehr ernst genommen werde. Nun doppelt die Armee gegenüber «SRF» nach. Sie verspricht, dass mit dem neuen Kampfjet insgesamt deutlich weniger Starts nötig sein werden, da der F-35 länger in der Luft bleiben kann als die heutigen Kampfjets. Dies werde sich auch positiv auf den Standort Emmen auswirken.

Der Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen bleibt dennoch skeptisch. Er will sich weiter für weniger Fluglärm in Emmen einsetzen. Die Gemeinde Emmen wollte sich auf Anfrage von «SRF» noch nicht zum Entscheid äussern. Der politische Prozess sei noch nicht abgeschlossen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. Juli 2021 06:18
aktualisiert: 27. Juli 2021 06:21