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Corona-Massnahmen

Nachbarländer im Shutdown – Schweiz als einsame Solistin

2. November 2020, 18:09 Uhr
Die Schweiz als Solistin bezüglich den Corona-Einschränkungen im Vergleich zu ihren Nachbarländern (Symbolbild).
© Keystone / DPA / Robert Michael
In Europa steigen die Infektionszahlen rasant an. Angesichts dieser Entwicklung haben alle Nachbarländer der Schweiz ihre Corona-Massnahmen verschärft. Eine Übersicht.

Das öffentliche Leben in den europäischen Nachbarstaaten wird mit Shutdowns erneut heruntergefahren. Die Schweiz geht mit weniger strengen Massnahmen einen anderen Weg.

Deutschland

Unser nördlicher Nachbar befindet sich in einem Teil-Lockdown. Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Gastronomiebetriebe müssen bundesweit schliessen. Speisen und Getränke dürfen nur noch zum Mitnehmen verkauft werden. In den meisten Bundesländern dürfen nur noch zwei Haushalte zusammenkommen – teils gilt dies sogar für Treffen in den eigenen vier Wänden. Schulen, Kitas und Geschäfte bleiben anders als im Frühjahr weiterhin geöffnet. Die Einschränkungen sollen laut Bundeskanzlerin Angela Merkel zunächst bis Ende November dauern.

Das Corona-Kabinett um Bundeskanzlerin Angela Merkel beschloss neue bundesweite Massnahmen.

© Keystone / DPA / Kay Nietfeld

Österreich

Ähnlich wie in Deutschland hat die Regierung ab Dienstag einen Shutdown beschlossen. Bis Ende November müssen Gastronomie sowie Freizeit-, Kultur- und Sporteinrichtungen schliessen. Touristische Nächtigungen sind untersagt und Veranstaltungen werden abgesagt. Der Unterricht der Oberstufen und der Universitätsbetrieb werden auf Online-Unterricht umgestellt. Die Wirtschaft, persönliche Dienstleistungen und Schulen bleiben anders als im Frühjahr weiter in Betrieb. Es dürfen sich nur noch Personen aus zwei Haushalten treffen. Die Bundesregierung verhängt über Österreich eine Ausgangssperre von 20 Uhr bis 6 Uhr. Die Ausgangssperre gilt vorerst bis am 12. November. Die restlichen Massnahmen bis Ende November.

Frankreich

Bereits seit Freitag befindet sich Frankreich in einem neuen Teil-Lockdown. Menschen dürfen auf die Strasse gehen, wenn sie arbeiten, wichtige Einkäufe tätigen, einen Arzt aufsuchen oder frische Luft schnappen wollen – müssen dafür aber eine Bescheinigung ausfüllen. In einem Umkreis eines Kilometers vom Wohnort ist pro Tag eine Stunde Sport erlaubt. Bars, Restaurants und viele Geschäfte bleiben geschlossen. Schulen bleiben geöffnet.

In Frankreich sollen die Schulen weiterhin geöffnet bleiben (Symbolbild).

© iStock / Drazen Zigic

Italien

Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen müssen bis zum 24. November geschlossen bleiben. Restaurants und Bars müssen um 18 Uhr schliessen. Sportveranstaltungen finden wieder ohne Zuschauer statt. Um die rasante Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, erwägt die Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte Medienberichten zufolge inzwischen auch einen Lockdown in Grossstädten wie Mailand und Neapel. In den Regionen Lombardei, Latium und Kanpanien gilt bereits eine Ausgangssperre zwischen 23 Uhr und 5 Uhr.

Demonstranten stoßen bei einem Protest gegen die Corona-Maßnahmen, die von Premierminister Conte erlassen wurden, mit Polizisten aneinander.

© Keystone / LaPresse / AP / Roberto Monaldo

Spanien

In Spanien hat die Regierung erneut den nationalen Notstand beschlossen, dadurch kann sie eine nächtliche Ausgangssperre verhängen. Der Notstand wurde bis Mai 2021 verlängert. Im Gegensatz zur ersten Welle wird keine totale Ausgangsperre verhängt, sondern ein nächtliches Ausgehverbot zwischen 23 Uhr und 6 Uhr morgens. Versammlungen von mehr als sechs Personen, die nicht im selben Haushalt leben, sind verboten.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 3. November 2020 11:15
aktualisiert: 2. November 2020 18:09