Streit mit Vermietern

Nancy Holten wird nach drei Tagen aus Tiny House geschmissen

Bettina Zanni, 10. September 2022, 07:54 Uhr
Die Vermieterin störte sich daran, dass sie «die Pflanzen streichle» und zu wenig geerdet sei, klagt Nancy Holten in einem Video. Kaum eingezogen, musste sie deshalb wieder aus ihrer neuen Bleibe ausziehen.
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Sie sind nicht grösser als ein Gartenhäuschen und liegen im Trend: Tiny Houses. Auch Nancy Holten träumte von einem Leben auf wenigen Quadratmetern. Am ersten September ging der Traum in Erfüllung. «Ich war mega happy und fing an einzuräumen», erzählt sie auf ihrem Youtube-Kanal, der über 30'000 Mal aufgerufen wurde.

Noch am zweiten Tag sei sie dem Vermieter des Tiny House aus Dankbarkeit um den Hals gefallen, erinnert sich die spirituelle Influencerin, die als Kuhglocken-Gegnerin nationale Bekanntheit erlangte. Doch schon am dritten Tag war alles vorbei.

«Ich verstand die Welt nicht mehr»

«Nancy, wir wollen dich nicht hier haben», habe ihr der Vermieter beschieden. Er habe ihr erklärt, dass seine Partnerin Mühe mit ihr habe und es sich mit ihr als Mieterin anders vorgestellt habe. «Er sagte, dass sie alles, was ich mache, nerve. Wie ich die Pflanzen streichle und spirituell tue. Ich sei zu wenig geerdet», fährt Holten fort. Darauf fiel sie aus allen Wolken. «Ich verstand die Welt wirklich nicht mehr.»

Bis im Frühling hätte das Paar Holten noch als Mieterin akzeptiert, was für sie aber nicht mehr infrage kam. Ihre Wohnung hatte die Influencerin längst abgegeben. Hätte sie nicht Unterschlupf bei ihrem Freund gefunden, stünde die Influencerin jetzt auf der Strasse.

Holten muss Miete weiterhin bezahlen

Am Freitag gab Holten das Tiny House den Vermietern ab, wie sie auf Anfrage der Today-Zentralredaktion berichtet. Das Haus stehe an einem See im Kanton Luzern – mehr wolle sie nicht preisgeben. Inklusive Nebenkosten und Gartenhaus kostet das Minihaus pro Monat 1'100 Franken Miete. Die Miete müsse sie nach wie vor bezahlen, da ihr das Paar nicht gekündigt habe. «Sie sagten mir lediglich, dass sie mich nicht wollten», erzählt Holten betrübt. Sie habe jedoch nicht das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. «Viele Menschen sagen mir, dass ich eine kindliche Frohnatur sei. Vielleicht ist das etwas, das die Vermieterin an sich selbst vermisst.»

Dass sie unter diesen Umständen immer noch zinspflichtig ist, lässt die Influencerin aber nicht auf sich sitzen. «Mithilfe eines befreundeten Mediators bin ich dran, eine friedliche Lösung zu finden.»

Aus der Traum vom Tiny House?

Seit zwei Jahren habe sie von einem Tiny House geträumt, sagt Holten. «Ich liebe den Minimalismus und liebe es, Dinge loszulassen», erklärt sie ihre Entscheidung, ihre Wohnung abzugeben. Es reize sie, auf engstem Raum mit wenigen Sachen zu leben.

«Auch wählte ich das Tiny House für mich aus, um dort in Ruhe meiner spirituellen Berufung mitten in der Natur nachgehen zu können», sagt die Aargauerin mit niederländischen Wurzeln. Dennoch sucht sie kein neues Tiny House mehr. «Momentan möchte ich einfach ankommen.»

Mit dem Rauswurf aus dem Häuschen ihrer Träume dürfte sich Holten trotz allem bald anfreunden. «Ich bin es am Auflösen – ich bin noch nicht ganz in der Liebe», versicherte sie im Video.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 9. September 2022 20:15
aktualisiert: 10. September 2022 07:54