Klimakrise

Neue Nachtzüge sollen mehr Reise-Komfort ermöglichen

24. Februar 2021, 16:07 Uhr
In Österreich wurde in den vergangenen Tagen das Design des neuen «Nightjet» vorgestellt. Der Nachtzug soll mehr Komfort und Privatsphäre bieten. Es sei ein weiterer Schritt in die richtige Richtung des klimafreundlichen Reisens, meinen die Beteiligten.
Anzeige

Kostenloses WLAN, eine integrierte Dusche, Ambientebeleuchtungen und verstellbare Absperrmöglichkeiten für mehr Privatsphäre: Die Innenausstattung des neuen ÖBB-Nachtzuges «Nightjet» bietet viel (siehe Video). In den vergangenen Tagen wurde nun auch das Aussen-Design vorgestellt.

Der blau-rote «Nightjet» der neusten Generation steht jedoch für viel mehr als ein hochmodernes Äusseres. Die ÖBB untermauert mit dieser Investition von rund 500 Millionen Euro ihre europäische Vorreiterrolle in Sachen klimafreundliches Reisen.

Dementsprechend stolz zeigt sich auch die österreichische Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. «Im Kampf gegen die Klimakrise braucht Europa mehr klimafreundliche Mobilität. Ein starkes Nachtzugnetz ist ein wichtiger Teil davon», sagt sie.

So sieht der neue ÖBB-Nightjet aus. (Auf dem Bild v.l.n.r. ÖBB-Chef Andreas Matthä, Siemens Mobility CEO Michael Peter und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler)

© ÖBB Nightjet

Die SBB rollt mit

Folglich hat die SBB gemeinsam mit der ÖBB entschieden, das bestehende Angebot ab Zürich weiter auszubauen. Geplant sind neue Verbindungen nach Amsterdam, Barcelona und Rom, welche bis spätestens 2024 verkehren sollen.

Gemäss dem Tagesanzeiger rechne man jedoch bei der SBB mit «hohen und defizitären Betriebskosten». Zu kostspielig seien die Investitionen und der Unterhalt der Züge. Im Konkurrenzkampf mit den Flugzeugen hätten die Bahnbetreiber zu hohe Abschreibungen und zu wenig Kapazität, um mit den fliegenden Transportmitteln mithalten zu können. Die SBB hoffe deshalb auf einen positiven Ausgang der Abstimmung über das CO2-Gesetz im Sommer.

Das Problem bleibt der Preis

Damit Nachtzüge in der Zukunft eine ernsthaftere Alternative in den Reiseplänen der Bevölkerung einnehmen können, müssen die Preise massiv gesenkt werden. Wenn das Zug-Ticket von Luzern nach Basel weiterhin teurer bleibt als der Flug von Basel nach London, werden Zugreisen wohl auch zukünftig auf wenig Interesse stossen.

Wie der Tagesanzeiger schreibt, sieht dies auch ÖBB-Chef Andreas Matthä so. Um Flugzeug-Reisende in den Zug zu locken, würden die Bahnbetreiber ihre Ticketpreise jenen der Billig-Airlines anpassen müssen. Er ist der Meinung, dass ein Schlafwagen-Billett etwas weniger als ein Flugticket plus Hotelübernachtung kosten soll.

(bsv)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 24. Februar 2021 16:37
aktualisiert: 24. Februar 2021 16:37