Schweizer Zoos

Notschlachtungen sind in der Schweiz kein Thema

· Online seit 30.04.2020, 08:09 Uhr
Der Verein zooschweiz sieht sich vom Bundesrat ausgebremst: Während grosse Kunsthäuser oder das Verkehrshaus in Luzern ab dem 11. Mai wieder öffnen dürfen, bleiben Botanische Gärten und Zoos von dieser Regel ausgenommen. Dieser Entscheid sei absolut unverständlich und nicht nachzuvollziehen.
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Wie es in der Mitteilung von zooschweiz heisst, verzeichnen Museen oder Kunsthäuser ebenso hohe Besucherzahlen wie die Zoos und Tierparks. Im Gegensatz zu den Museen befinden sich die Gäste der Zoos jedoch grösstenteils im Aussenbereich, wo das Ansteckungsrisiko geringer als in geschlossenen Räumen ist. Weshalb Zoos geschlossen bleiben sollen, sei daher nicht nachvollziehbar.

Wöchentlich gehen den Zoos der Schweiz rund 2,5 Mio. Franken verloren, die nicht durch Kurzarbeit aufgefangen werden können, weil die Tiere weiter versorgt werden müssen. Eine Anfrage von Zooschweiz, in welchem Departement die Zoos beim Bund vertreten sind, wurde vom Bundesamt für Kultur demnach so beantwortet, dass sie sich - im Gegensatz zu den Museen und weiteren Kulturinstitutionen - nicht für Zoos zuständig sehen und der Bund somit jede Unterstützung mit dieser Begründung ablehnt.

Ungleichbehandlung durch den Bundesrat sei inakzeptabel

Museen, die in der Krise durch den 280 Millionen-Unterstützungsbeitrag des Bundesrates unterstützt werden, sollen nun am 11. Mai öffnen können, Zoos, Tier- und Wildparks voraussichtlich erst am 8. Juni. Und dies obwohl die zoologischen Institutionen keinerlei Bundesgelder erhalten und für den Schaden alleine aufkommen müssen. Diese Ungleichbehandlung durch den Bundesrat ist für die Schweizer Zoos inakzeptabel.

Notschlachtungen sind kein Thema

Notschlachtungen, wie sie derzeit in deutschen Zoos diskutiert werden, sind in der Schweiz kein Thema. Wie Roger Graf, Geschäftsleiter von zooschweiz auf Anfrage von PilatusToday sagte, sollen in der Schweiz keine Zootiere aufgrund der Coronakrise Notgeschlachtet werden. Sollten Zoos an ihre Grenzen kommen und sich die Fütterung der Tiere nicht mehr leisten können, werde man sich gegenseitig weiterhelfen und unterstützen. 

veröffentlicht: 30. April 2020 08:09
aktualisiert: 30. April 2020 08:09
Quelle: PilatusToday

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