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Coronavirus - Schweiz

Oberster Kantonsarzt: Massnahmen sind etwas spät gekommen

19. Oktober 2020, 08:24 Uhr
Für Rudolf Hauri, den Präsidenten der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, sind die vom Bundesrat getroffenen Massnahmen nötig. (Archiv)
© KEYSTONE/ANTHONY ANEX
Die vom Bundesrat verschärften Massnahmen sind für den Präsidenten der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, Rudolf Hauri, «etwas spät gekommen» – es sei zwölf Uhr, wenn nicht sogar fünf nach zwölf gewesen, um zu handeln.

Hauri hofft, dass damit die Situation wieder in den Griff bekommen werden kann, wie er am Montag in der Sendung «HeuteMorgen» von Radio SRF sagte. Dies hänge davon ab, wie die Massnahmen angenommen und umgesetzt würden und wie die Bevölkerung diese mittrage. Hauri ist diesbezüglich zuversichtlich: «Wir gehen davon aus, dass der Grossteil der Bevölkerung durchaus den Sinn den Massnahmen einsieht, auch den Sinn der Bekämpfung des Virus versteht und deshalb die Massnahmen einhält und befolgt.»

Die am Sonntag vom Bundesrat angekündigten Massnahmen, die seit Montag gelten, seien nötig, denn eine schweizweite Vereinheitlichung habe sich angezeigt. Das Virus habe sich weitgehend über die Schweiz verbreitet. Die Massnahmen seien aber «sicher etwas spät» gekommen, die Zahl der Ansteckungsfälle sei sehr schnell explodiert. Aus Sicht der Kantonsärzte habe der Bundesrat die Kantone damit entlastet und nicht entmachtet.

Betreffend Grossveranstaltungen sagte Hauri, dass die Schutzkonzepte von vielen Vereinen sehr gut umgesetzt und eingehalten würden. «Ich kann nachvollziehen, dass Grossveranstaltungen im Moment noch nicht auf Bundesebene eingeschränkt werden, aber das kann kommen.» Doch es könne unterschiedliche Situationen in den Kantonen geben.

Quelle: sda
veröffentlicht: 19. Oktober 2020 08:00
aktualisiert: 19. Oktober 2020 08:24