KOF

Ökonomen erwarten 2022 höhere Inflation

21. Dezember 2021, 10:09 Uhr
Schweizer Konjunkturexperten sind für 2022 etwas pessimistischer als noch vor drei Monaten und senken die Wachstumsprognose daher leicht. Dagegen revidieren sie ihre Inflationsprognose leicht nach oben.
Sinkendes Wachstum, steigende Inflation: Die befragten Ökonomen sind pessimistischer als noch vor drei Monaten. (Symbolbild)
© KEYSTONE/AP/AHN YOUNG-JOON

Die Prognose für das Wirtschaftswachstum im zu Ende gehenden Jahr fällt dafür eine Spur höher aus als zuletzt. Die von der KOF befragten Ökonominnen und Ökonomen gehen nun im Durchschnitt für 2022 von einem Wachstum des BIP (Bruttoinlandprodukts) von 2,8 Prozent aus, wie die Konjunkturforschungsstelle (KOF) am Dienstag in ihrem quartalsweise erhobenen KOF Consensus Forecast mitteilte. Bei der letzten Befragung im September waren es noch 2,9 Prozent gewesen.

Die Erwartungen für das laufende Jahr wurden dafür auf plus 3,5 Prozent angehoben, nach zuvor 3,4 Prozent. Das langfristige Wirtschaftswachstum auf Sicht von fünf Jahren wird auf +1,6 Prozent belassen.

Höhere Inflation und tiefere Arbeitslosenquote erwartet

Die Konjunkturexperten revidierten zudem ihre Inflationsprognose für das kommende Jahr erneut nach oben und gehen nun im Mittel von einer Zunahme der Konsumentenpreise im Jahr 2022 um 1,0 Prozent (September: +0,8%) aus. Für die diesjährige Inflationsrate wird – wie im Vorquartal – mit +0,6 Prozent gerechnet. Die erwartete langfristige Entwicklung der Inflation bleibt gemäss den befragten Konjunkturexperten im Mittel unverändert bei +0,8 Prozent.

Angesichts des jüngsten Rückgangs der Arbeitslosenquote passen die Umfrageteilnehmenden ihre Prognose für das Jahr 2022 nach unten auf +2,5 Prozent von +2,8 Prozent an. Die aktuelle Langfristprognose liegt mit +2,4 Prozent ebenfalls deutlich unter dem Durchschnittswert der Septemberumfrage (+2,7%) und stellt laut KOF den tiefsten Consensus-Wert der letzten Jahre dar.

Höhere Zinsen

Bei den Zinsen gehen die Befragten vermehrt von einem Anstieg in den kommenden zwölf Monaten aus. Der SARON dürfte demnach in den kommenden drei Monaten auf -0,73 von -0,74 Prozent steigen und in zwölf Monaten bei -0,66 Prozent stehen. Bei der Septemberumfrage wurde der 12-Monatswert noch auf -0,71 Prozent geschätzt. Der Kassazins der 10-jährigen Bundesobligationen (aktuell: -0,295%) wird in drei Monaten bei -0,18 Prozent (September: -0,27%) und in zwölf Monaten bei -0,05 Prozent (September: -0,11%) gesehen.

Der Euro-/Frankenkurs wird mit 1,05 Franken auf Sicht von drei Monaten etwas tiefer erwartet nach 1,10 Franken im September. Für den Aktienmarkt wird mit einem leichten Rückgang gerechnet. In drei Monaten sehen die Experten den SPI bei 15'784 Punkten, in 12 Monaten soll er dann bei 15'925 Zählern stehen. Aktuell notiert der breite Index bei 16'152 Zählern.

Quelle: sda
veröffentlicht: 21. Dezember 2021 10:09
aktualisiert: 21. Dezember 2021 10:09
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