Trotz Corona

Openair Frauenfeld soll 2021 stattfinden

21. Januar 2021, 07:25 Uhr
Das Openair Frauenfeld ist mit 180'000 Tickets ausverkauft.
© Keystone/Nick Soland
Die Veranstalter des Openairs Frauenfeld rechnen mit der Durchführung des Festivals im Juli – dank Impfungen der breiten Bevölkerung und einer weiterentwickelten Teststrategie. Das zweite grosse Ostschweizer Openair St. Gallen entscheidet im März über die Durchführung.

«Wir gehen davon aus, dass wir im Juli 2021 auf der Allmend in Frauenfeld stehen werden und das beste Festival ever feiern», sagt Joachim Bodmer, Medienverantwortlicher des Openairs Frauenfeld, auf Instagram.

Fortschritte beim Impfen – und späte Durchführung

«Wir haben verschiedene Hinweise, die darauf hindeuten, dass das OAFF wie geplant stattfindet. Die Impfungen gehen schneller voran als gedacht und es gibt neue Technologien bezüglich des Testens.» Erleichternd hinzu kommt gemäss Bodmer, dass das Openair Frauenfeld erst relativ spät im Sommer, am Wochenende vom 7. bis 10. Juli 2021, ausgetragen wird.

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Quelle: tvo

«Wir werden niemanden über den Tisch ziehen»

Sollte das grösste Hip-Hop-Festival Europas erneut abgesagt werden müssen, werde eine Lösung bezüglich Tickets gesucht: «Wir werden niemanden über den Tisch ziehen.» Das Openair Frauenfeld war übrigens vergangenes Jahr mit rund 180'000 Tickets ausverkauft, das Festival konnte wegen Corona aber nicht stattfinden. Jene Tickets behalten ihre Gültigkeit für 2021.

Beim OpenAir St.Gallen ist die Situation eine andere, wie eine Anfrage beim Festivaldirektor Christof Huber zeigt.

Christof Huber, geht die Leitung des OASG, wie das Openair Frauenfeld, von einer Durchführung des diesjährigen OpenAir St.Gallen aus? 

Wir versuchen in Absprache mit den Behörden, unseren Partnern und Spezialisten alles, um eine sichere Durchführung des Festivals zu ermöglichen. Wir sind sowohl auf internationaler Ebene im Rahmen der Europäischen Festival Association Yourope, auf nationaler Ebene mit der SMPA (Swiss Music Promoters Association) sowie auf regionaler Ebene im Austausch mit Veranstaltern und der Politik.

Bis wann erhalten die Bands, Handwerker, Gastronomiebetreiber oder Festivalbesucher einen Bescheid über die Durchführung?

Wir streben eine frühzeitige Klarheit über eine Durchführung der Festivals in der ersten Hälfte des Sommers bis März an. Wie wollen eine möglichst einheitliche Lösung für die gesamte Branche gewährleisten. Dafür benötigen wir vom Bund klare Richtlinien, einen kohärenten Zeitplan/-horizont und eine gewisse Planungssicherheit. Die Kooperation mit den Behörden ist für uns zentral.

Ist das Openair Frauenfeld im Vergleich zu anderen Festivals im Vorteil, weil es erst später im Sommer stattfindet?

Wie erwähnt, streben wir eine möglichst einheitliche Lösung für alle Festivals/Veranstaltungen an, aber Faktoren wie der Zeitpunkt der Veranstaltung, die Anzahl Besucher und Besucherinnen und das Gesamtkonzept spielen natürlich ebenfalls eine Rolle. Das Openair Frauenfeld ist nur eine Woche nach dem OpenAir St.Gallen, daher ist das kein Vorteil.

Wie wird das OASG aktuell aufgrund der Corona-Pandemie geplant?

Trotz Kurzarbeit und den schwierigen Umständen arbeiten wir mit Hochdruck und sind in den Vorbereitungen für den Festivalsommer. Wir sind allerdings darauf angewiesen, dass wir so schnell wie möglich wieder unter sicheren Bedingungen veranstalten können. Darum arbeiten wir intensiv an Schutzkonzepten im erwähnten Austausch mit vielen weiteren europäischen und Schweizer Festivals sowie externen Spezialisten, die bereits Schutzkonzepte für andere Branchen erstellt haben.

Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass nur geimpfte Personen an Festivals (beispielsweise dem OASG) teilnehmen dürfen?

Zum jetzigen Zeitpunkt stellt sich diese Frage für uns noch nicht, da die Zuständigkeit aus unserer Sicht bei den Behörden liegt. Die Impfstrategie sowie ein allfälliges Impfobligatorium sollten von behördlicher Seite möglichst zentral koordiniert und kommuniziert werden.

Wie schlimm wäre eine erneute Absage?

Wir konnten dank den schnell und pragmatisch implementierten Unterstützungsmassnahmen wie Kurzarbeit, Ausfallentschädigungen und Covid-Krediten das Jahr 2020 überbrücken, aber es war ein schwieriges Geschäftsjahr.

Es wäre unserer Meinung nach eine dramatische Entwicklung, wenn auch 2021 keine Festivals stattfinden könnten. Wir verlieren einen Teil unserer Kultur, gerade die jüngere Generation tut sich sehr schwer damit. Es ist wichtig, dass die Politik und die Behörden mit den Veranstaltern eng kooperieren, die Anliegen und Zusammenhänge erkennen und nach Lösungen suchen, dass wir schnellstmöglich wieder regulär und unter sicheren Bedingungen veranstalten können.

Was passiert im Falle einer Absage mit den Tickets?

Die gekauften Tickets aus dem Jahr 2020 behalten ihre Gültigkeit für das Jahr 2021. Bei einer allfälligen Verschiebung 2021 werden wir sicherlich eine zufriedenstellende Lösung für die Besucher und Besucherinnen finden.

(abl)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. Januar 2021 07:12
aktualisiert: 21. Januar 2021 07:25