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Allgemeines

Organisation von «Swiss Sport Integrity» steht

28. September 2021, 18:30 Uhr
Das von Swiss Olympic lancierte Projekt einer Meldestelle für Ethikverstösse im Sport steht vor dem Abschluss. An Neujahr soll die neue Organisation «Swiss Sport Integrity» die Arbeit aufnehmen.
Jürg Stahl, Präsident von Swiss Olympic, sieht das ethisch korrekte Verhalten im Schweizer Sport als Grundhaltung
© KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Ende November muss das Sportparlament dem Ethikstatut, das künftig für alle Schweizer Sportverbände und die angeschlossenen Sportlerinnen und Sportler gilt, noch seinen Segen geben. Das dürfte allerdings eine Formsache sein. «Es herrscht ein breiter Konsens», sagte Roger Schnegg, der Direktor von Swiss Olympic, an einem Mediengespräch in Bern. «Die Verbände wurden konsultiert, bisher sind keine Einwände eingetroffen.»

Den Segen hat Swiss Olympic auch von der Politik, inklusive Sportministerin Viola Amherd. Der Bund hatte das Projekt im letzten Herbst unterstützt und damit auch beschleunigt, nachdem die Publikation der «Magglinger Protokolle» im «Magazin» der Tamedia-Zeitungen ethische Missstände im Schweizer Turnverband (STV) aufgedeckt hatten.

Zusätzliche Aufgaben für Antidoping Schweiz

Die neue Meldestelle, die künftig ethische Verstösse entgegennehmen, beurteilen und ahnden soll, ist nicht zuletzt aus Synergie-Gründen Antidoping Schweiz angesiedelt. Die nationale Anti-Doping-Agentur erhält deshalb per Anfang Jahr eine neue Abteilung und mit «Swiss Sport Integrity» (SSI) auch einen neuen Namen. Geleitet wird die Ethikabteilung von Markus Pfisterer, der zuletzt als Geschäftsführer des Rad-Verbandes Swiss Cycling gearbeitet hat.

Aufgestockt werden soll mit voraussichtlich drei neuen Mitgliedern auch der Stiftungsrat der Organisation. Diese werden ebenfalls an der nächsten Sitzung des Sportparlaments bestimmt. Nach dem Aufbau der Organisation gibt Swiss Olympic die operative Verantwortung für die Meldestelle an die SSI ab; diese ist vom Dachverband des Schweizer Sports unabhängig.

Begleitmassnahmen von Swiss Olympic

In der Verantwortung steht Swiss Olympic gleichwohl und begleitet den Kampf gegen Ethikverstösse mit Präventions- und Sensibilisierungsmassnahmen - in der Hoffnung, dass die neue Stelle möglichst wenig Arbeit erhält, aber auch im Wissen, dass es immer wieder Verstösse geben dürfte. «Ethisch korrektes Verhalten muss bei allen im Schweizer Sport engagierten Personen aber zu einer Grundhaltung werden», so Jürg Stahl, der Präsident von Swiss Olympic. Mit der am Dienstag lancierten Kampagne «Are you ok?» versucht der Verband, möglichst viele Athletinnen und Athleten zu erreichen.

Erfahrungen im Umgang mit ethischen Fragen hat Swiss Olympic bereits im laufenden Jahr gesammelt - mit einer breit angelegten Umfrage bei den Inhabern einer Swiss-Olympic-Card und mit einer provisorisch eingerichteten Erstanlaufstelle per Anfang 2021. Bis Mitte September seien dort 34 Meldungen eingegangen, wobei zwei auch echte ethische Verstösse gewesen seien. Die Sofortmassnahmen hätten noch einmal bestätigt, dass der Aufbau einer Meldestelle der richtige Weg sei.

Zuspruch auch vom IOC

Zuspruch erhält die neue Struktur auch aus internationaler Sicht. Zahlreiche olympische Verbände würden das Projekt interessiert verfolgen, so Roger Schnegg. «Auch das Internationale Olympische Komitee ist sehr zufrieden damit. Wir sind überzeugt, dass wir mit ‹Swiss Sport Integrity› auch aus globaler Sicht einen Standard setzen.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 28. September 2021 18:30
aktualisiert: 28. September 2021 18:30