«Müssen mehr Energie produzieren»

Parmelin rechnet mit einer mehrjährigen Energiekrise

22. Oktober 2022, 09:30 Uhr
Bundesrat Guy Parmelin geht davon aus, dass die Energiekrise mehrere Jahre dauern wird. Es gelte, nicht nur an den nächsten Winter zu denken, sondern alles dafür zu tun, dass die Schweiz mehr Energie produziere. Das heisse mehr erneuerbare Energien und mehr Effizienz.
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«Ich rechne mit einer mehrjährigen Energiekrise», sagte Guy Parmelin in einem Interview mit den CH Media-Zeitungen. In den Jahren 2023 und 2024 werde die Schweiz noch abhängig von Öl und Gas sein. Wie es in den folgenden Jahren aussehe, hänge davon ab, wie rasch die Schweiz ihre Produktion ausbauen könne.

Hohe Energiepreise helfen beim Sparen 

Auf die Frage, ob sich der Bund zu wenig auf eine Krise vorbereitet habe, sagte Parmelin, bei der Energie seien die Risiken unterschätzt worden. Die Schweiz habe sich in den letzten Jahrzehnten zu sehr darauf verlassen, im Zweifel Energie zu importieren.

Mit einer Kampagne will der Bundesrat die Bevölkerung dazu animieren, Strom zu sparen. Die ersten Resultate seien zufriedenstellend. Die Bevölkerung sei sensibilisiert. «Die Energiepreise sind noch immer hoch, auch diese Kosten animieren zum Sparen», so Parmelin.

Verordnungen bis Ende November 

Mit Blick auf den Energiemangel sagte Parmelin, dass beim Gas eine Verordnung vorliege. Beim Strom sagten die Experten, dass vor Ende März nächsten Jahres das Risiko eines Mangels sehr klein sei. Bis Ende November sollten die Verordnungen beim Strom vorliegen.

Der Bundesrat wolle die Zeit nutzen und zusammen mit den Verbänden daran arbeiten, die Verordnungen noch wirtschaftsfreundlicher zu gestalten. «Aber es ist kompliziert und wir wollen die Entscheide breit abstützen. Es gibt Kritik, aber die Arbeit ist konstruktiv», so Parmelin. Die Vorlage gehe danach in die Konsultation und anschliessend entscheide der Bundesrat.

Parmelin sieht darüber hinaus die Gefahr, dass die Energiekrise in eine Wirtschaftskrise münden könnte. In Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner der Schweiz, drohe eine Rezession. Das könne auch auf die Schweizer Wirtschaft einen Einfluss haben.

(sda/ris)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 22. Oktober 2022 06:14
aktualisiert: 22. Oktober 2022 09:30