Abstimmungen

Pattsituation beim Jagdgesetz und beim Kinderabzug

16. September 2020, 08:12 Uhr
Das Volk wird am 27. September über fünf nationale Vorlagen abstimmen können.
© Keystone
Bei der eidgenössischen Volksabstimmung vom 27. September dürfte die Begrenzungsinitiative deutlich abgelehnt und der Vaterschaftsurlaub klar angenommen werden. Zur Kampfjetbeschaffung zeichnet sich ein Ja ab.

Offen ist die Lage derzeit noch beim Jagdgesetz und beim Kinderabzug. Dies zeigen die Ergebnisse der zweiten Welle der SRG-Trendbefragung und der dritten Welle der 20 Minuten-/Tamedia-Umfrage. Gemäss der SRG-Umfrage hätten am 6. September stabile 63 Prozent der teilnahmewilligen Stimmberechtigten «bestimmt» oder «eher» gegen die Begrenzungsinitiative der SVP gestimmt. Ebenfalls stabile 35 Prozent wären dafür gewesen.

Laut der 20 Minuten-/Tamedia Umfrage hätten sich am 10./11. September 65 Prozent gegen die Begrenzungsinitiative ausgesprochen. 33 Prozent hätten ihr zugestimmt. Die Gegnerschaft trägt ihren komfortablen Vorsprung somit in die Schlussphase des Abstimmungskampfes. Die Initiative findet einzig bei SVP-Sympathisanten eine Mehrheit.

Zustimmung steigt von links nach rechts

Die Kampfjet-Vorlage wollen gemäss 20 Minuten/Tamedia 65 Prozent unterstützen, 34 Prozent wollen dagegen stimmen. Gemäss SRG würden drei Wochen vor der Abstimmung 56 Prozent dafür und 40 Prozent dagegen stimmen. Nur 4 Prozent jener, die abstimmen wollen, sind noch unentschieden. Frauen sind der Kampfjetbeschaffung skeptischer gegenüber eingestellt als Männer. Bei den Parteien nimmt die Unterstützung von links nach rechts zu.

Vaterschaftsurlaub dürfte angeommen werden

Für den Vaterschaftsurlaub sprechen sich in der Umfrage von 20 Minuten/Tamedia über zwei Drittel aus. In der SRG-Umfrage sind 61 Prozent dafür und 35 Prozent dagegen. 4 Prozent sind noch unentschieden.

Die Vorlage findet eine Mehrheit bei den Wählerinnen und Wählern aller Parteien mit Ausnahme der SVP. Die Vorlage bleibt extrem populär bei den jüngeren Altersgruppen, findet aber auch eine Mehrheit bei den über 65-jährigen.

Pattsituation bei Jagd und Kinderabzug

Beim Jagdgesetz mit dem erleichterten Abschuss von Wolf, Biber und Co. sind gemäss 20 Minuten/Tamedia 49 Prozent gegen und 48 Prozent für die Vorlage. Gemäss SRG sind 46 Prozent auf der Ja-Seite und 48 Prozent auf der Nein-Seite. Damit ist eine Pattsituation entstanden. 6 Prozent der Stimmbürger mit fester Teilnahmeabsicht an der Abstimmung sind noch unschlüssig.

Eine Pattsituation besteht auch beim Kinderabzug von der Bundessteuer. In der Umfrage von 20 Minuten/Tamedia wollen ihn 51 Prozent unterstützen und 46 Prozent ablehnen. In der SRG-Umfrage sind 52 Prozent dagegen und nur noch 43 Prozent dafür.

Für die SRG-Trendbefragung wurden knapp 18'000 Personen befragt, für die 20 Minuten- /Tamedia-Abstimmungsumfragen etwa 20'000. 

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 16. September 2020 06:17
aktualisiert: 16. September 2020 08:12