Schweiz

Das erwartet eine Planespotterin am Flughafen Zürich vom WEF

Flughafen Zürich

Planespotterin vor dem WEF: «Ich habe extra Ferien genommen»

· Online seit 12.01.2024, 18:57 Uhr
Zwischen dem 15. und 19. Januar treffen sich wieder Wirtschaftsführer und Politikerinnen aus der ganzen Welt in Davos. Für Aviatikfans ist das Weltwirtschaftsforum ein Highlight des Jahres. ZüriToday konnte mit einer Planespotterin über ihr Hobby sprechen.

Quelle: Planespotting im Januar 2023 / CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

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Wenn das WEF läuft, herrscht am Flughafen Zürich während fünf Tagen Ausnahmezustand. Es landen Flugzeuge mit Regierungen und Wirtschaftsführern an Bord am Flughafen. Das zieht auch zahlreiche Schaulustige an. Planespotter und -spotterinnen versammeln sich auf den Aussichtspunkten rund um den Flughafen Zürich. ZüriToday konnte im Vorfeld mit der Planespotterin Anisha Nörz (20) sprechen.

Anisha, bald geht das WEF wieder los. Was bedeutet das für dich als Planespotterin?

Das WEF ist das absolute Highlight des Jahres. Dafür habe ich extra Ferien genommen. Da bin ich auch nicht die Einzige. Zudem habe ich meine Kamera jetzt noch in den Service gebracht, damit sie dann auch ganz sicher funktioniert. Und auch in unseren Whatsapp-Chats ist das WEF schon ein riesiges Thema. Wir schauen jetzt schon Listen an und spekulieren, welches Flugzeug kommen könnte.

Welches Flugzeug wäre denn für dich das Highlight?

Das Highlight wäre natürlich die Air Force One, die amerikanische Präsidentenmaschine. Aber das wird ziemlich sicher nicht passieren. Wir hoffen aber auf den Airbus A340 der iranischen Regierung. Dass der Iran eine Delegation schickt, ist ja bereits bekannt. Das ist eine riesige Maschine und in dieser Ausführung auch selten. Die wird man so in der Schweiz wahrscheinlich nicht mehr so oft sehen. Zudem ist der A340 auch mein Lieblingsflugzeug. Das zu sehen, wäre mega cool.

Was ist das beste Flugzeug, dass du bereits vor die Linse bekommen hast?

Die Air Force One fehlt mir leider noch. Aber die Boeing 747 der koreanischen Regierung am letzten WEF war sehr selten. Es war ein richtiger Glücksfall, dass die gekommen ist. Zudem natürlich auch die Antonow 124. Die ist sehr beeindruckend.

Wie bereitest du dich auf einen Tag am Flugfeld vor?

Das Wichtigste ist natürlich, dass beide Akkus der Kamera geladen sind. Ein Akku reicht nicht, wenn ich den ganzen Tag draussen bin. Während des WEF nehme ich auch immer den Laptop und die externe Festplatte mit, damit ich die Bilder dort ablegen kann, falls es doch mal mehr werden als noch auf der Speicherkarte Platz haben. Zudem wird natürlich auch genügend Proviant eingepackt.

Wo findest du denn die Informationen zu den Flugzeugen?

Wir checken natürlich Flightradar24. Die Website des Flughafens Zürich hat zudem auch noch eine extra Funktion für Spotter. Dort findet man auch Daten zu den Frachtflugzeugen und zum Teil sogar von Regierungsmaschinen. Dann gehts los in Richtung Flughafen, immer etwas zu früh, denn gerade bei Fracht- und Regierungsflugzeugen weiss man nie, ob sie früher kommen.

Tauscht ihr Spotter euch auch gegenseitig aus?

Ja, ich betreibe zum Beispiel gemeinsam mit einem Kollegen einen Spotter-Chat. Dort sind rund 60 Leute drin. Zum einen Planespotter, aber auch Mitarbeiter des Flughafens. Dort landen immer wieder Infos zu den Flugzeugen, die landen.

Gibt denn keinen Konkurrenzkampf unter den Spottern?

Nein, es gibt überhaupt keinen Konkurrenzkampf. Wir sind eine grosse Community, die sich gegenseitig hilft und unterstützt. Es geht auch nicht darum, wer das beste oder das grösste Flugzeug sieht. Wir helfen einander, das beste Bild zu machen. Das ist wirklich schön.

Fotografierst du denn die Flugzeuge immer vom gleichen Ort aus?

Nein, man wechselt immer wieder, je nachdem, wo ein Flugzeug startet oder landet. Ich persönlich bin aber sehr gerne in Oberglatt. Dort ist man wirklich nahe dran und kann die Flugzeuge schön von der Seite fotografieren. Wenn keine speziellen Flugzeuge landen, bin ich auch gerne in Rümlang. Von dort hat man auch noch ganz andere Positionen, aus denen kann man wirklich coole Bilder machen.

Wie bist du zum Planespotting gekommen?

Als ich meine Lehre als Pferdepflegerin begonnen habe, habe ich einen Ausgleich gesucht. Ich war damals schon viel auf der Besucherterrasse des Flughafens und habe Bilder mit meinem Handy gemacht. Über Instagram bin ich dann in der Welt des Planespotting gelandet. Ich habe dann auch eine Kamera gekauft und von da an hat es mich richtig hineingezogen. Und jetzt ist es meine absolute Leidenschaft.

Was fasziniert dich an den Flugzeugen?

Mich fasziniert die Kraft und die Vielfalt von diesen Maschinen. Es gibt so viel verschiedene Flugzeuge. Dann noch die ganzen Lackierungen, Frachtmaschinen, alte und neue Flugzeuge. Dazu kommt die Kraft, wenn die Flugzeuge abheben. Zudem verbindet die Aviatik auch die verschiedenen Kulturen miteinander.

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veröffentlicht: 12. Januar 2024 18:57
aktualisiert: 12. Januar 2024 18:57
Quelle: ZüriToday

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