Anzeige
Felssturz

Raron sprengt nach Felsstürzen 1'500 Kubikmeter Fels weg

10. März 2021, 17:22 Uhr
Fünf Wochen nach dem Felssturz im Walliser Dorf Raron sind am Mittwoch Sicherheitssprengungen durchgeführt worden. Mit rund 300 Kilogramm Sprengstoff wurden rund 1500 Kubikmeter Fels weggesprengt. Damit sollen neue unkontrollierte Felsabbrüche verhindert werden.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: Keystone-SDA

Nach einem Knall um Punkt 11 Uhr waren zunächst nur Staubwolken am Hang oberhalb Rarons zu sehen. Anschliessend stürzten die gesprengten Gesteinsmassen in zwei Couloirs ins Tal hinunter.

Nach einem Augenschein von Geologen vor Ort teilte der Gemeindeführungsstab am späteren Nachmittag mit, dass es keine Schäden im Dorfbereich gegeben habe. Auch der Objektschutz sei erfolgreich gewesen.

Rund die Hälfte der gesprengten Gesteinsmasse sei im Abbruchgebiet geblieben. Deshalb seien nun Felsräumungsarbeiten im Gang. Diese dürften noch einige Tage andauern, um die Restmasse abzutragen.

Gebiet wird weiterhin überwacht

Das ganze Gebiet werde weiterhin überwacht, um die Reaktion des Berges auf die Sprengung genau zu kontrollieren, teilte der Gemeindeführungsstab weiter mit.

Die Sprengaktion habe 40 Tage Vorbereitungszeit gebraucht, dank des milden Wetters habe man aber relativ rasch handeln können, sagte Gemeindepräsident Reinhard Imboden der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Um den Sprengstoff im instabilen Hang anzubringen, mussten fast 200 Löcher in den Fels gebohrt werden.

Die rund 500 Einwohner, die für die Dauer der Sprengung zur Sicherheit evakuiert worden waren, konnten bereits am Mittwoch in ihre Häuser zurückkehren. 45 Menschen sind nach wie vor ausserhalb der gefährdetsten Zone untergebracht. Wann sie zurückkehren können, war zunächst unklar.

Anfang Februar war es in Raron in einem Steinbruch im Abstand von einem Tag zu zwei Felsstürzen gekommen. Einer davon staute einen Bach. Es drohte die Überschwemmung eines Ortsteils. Verletzt wurde niemand. Aufgrund weiterer drohender Felsstürze wurde ein Gebiet evakuiert und 76 Personen mussten ihre Häuser verlassen. 29 davon konnten nach etwa einer Woche in ihre Unterkünfte zurückkehren.

Gemäss einer groben Schätzung waren bei den Felsabbrüchen insgesamt etwa 300'000 bis 500'000 Kubikmeter Geröllmassen in Bewegung geraten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. März 2021 17:20
aktualisiert: 10. März 2021 17:22