Anzeige
Untersuchung

Rückstände von Pestiziden im Urin

20. Mai 2020, 12:25 Uhr
Bei einer Untersuchung wurde bei sämtlichen 30 Personen Pestizidrückstände im Urin festgestellt. Darin wurden auch Stoffe von verbotenen und gefährlichen Pestiziden gefunden. Was das für unsere Gesundheit bedeutet.
Eine Untersuchung des Magazins «Gesundheitstipp» bei 30 Schweizern hat ergeben: Alle Getesteten hatten mindestens fünf und bis zu 17 verschiedene Pestizidrückstände im Urin.
© Keystone

Bei einer Untersuchung des Magazins "Gesundheitstipp" wurden verschiedene krebserregende und verbotene Stoffe im Körper von 30 Probanden festgestellt. In der langen Liste finden sich unter anderem Glyphosat, Chlorpyrifos und Naphtalin.

Rückstände in allen Proben

Die 30 Teilnehmer wurden auf insgesamt 60 Stoffe untersucht. Bei jedem Teilnehmer fanden sich Rückstände von mindestens fünf verschiedenen Pestiziden. Bei einer Frau wurden gar 17 verschiedene Rückstände festgestellt.

In allen Proben wurde beispielsweise Chlorpyrifos nachgewiesen, das in der Landwirtschaft etwa bei Zitrusfrüchten eingesetzt wird. Es ist in der Schweiz ab Juli verboten, in der EU bereits seit Februar. Auch das umstrittene Glyphosat liess sich in fast jeder dritten Probe nachweisen.

Unbekannter Cocktail-Effekt

Das Ergebnis ist selbst für Experten erschreckend, wie 20 Minuten zunächst berichtete: «Das Resultat zeigt, dass man sich den giftigen Stoffen nicht entziehen kann – selbst wenn man sich biologisch ernährt», sagt etwa Biologe Caspar Bijleveld auf die Tatsache hin, dass sich 13 der 30 Testpersonen während der letzten Wochen vor dem Test vorwiegend Bio ernährten.

Er beruhigt jedoch: Für die Bevölkerung bestehe aufgrund der Rückstände wohl keine direkte Gefahr. Er schränkt aber auch gleich wieder ein: «Das Problem ist der Cocktail-Effekt: Niemand weiss, ob sich die Stoffe im Zusammenspiel im Körper verstärken. Wir haben keine Ahnung, was die langfristigen Folgen sind oder ob diese Cocktails krebserregend sind, weil sie nie getestet wurden.»

Nicht alle sind einverstanden

Es gibt jedoch auch andere Stimmen. Michael Arand vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich verweist auf die heutigen Methoden: «Mit den heutigen Analysemethoden finden Sie auch auf der Spitze des Säntis noch Spuren von Pestiziden im Schnee. Das heisst aber noch lange nicht, dass sie tatsächlich schädlich für den menschlichen Organismus sind.»

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 20. Mai 2020 10:59
aktualisiert: 20. Mai 2020 12:25