Strengere Massnahmen?

Schulen und Skigebiete: Darüber muss der Bundesrat diskutieren

20. Januar 2021, 08:41 Uhr
Der Bundesrat könnte eine erneute Schliessung der Schulen anordnen, wenn sich die Corona-Situation in der Schweiz verschlechtert. (Symbolbild)
© Keystone
Der Bundesrat hat vergangenen Mittwoch die Massnahmen verschärft, die Schweiz befindet sich seit Montag in einem Shutdown. Der Bundesrat könnte seine Massnahmen demnächst erneut verschärfen. Thema sind Schulen und Skigebiete.

Die Schweiz startete am Montag in einen Lockdown. Geschäfte, die keine Waren des täglichen Bedarfs verkaufen, mussten schliessen, es gilt eine Homeoffice-Pflicht. Schulen und Skigebiete bleiben hingegen offen. Ausgerechnet an jenem Tag häuften sich die Medienberichte zu Corona-Mutationen an Schulen und in Skiorten. So musste an einer Sekundarschule in Frauenfeld ein ganzer Jahrgang in Quarantäne, weil sich ein Mädchen mit der neuen Virus-Variante infiziert hatte. In St.Moritz wurden zwei Hotelbetriebe wegen vermehrter Virusfälle unter Quarantäne gestellt, die Schulen bleiben geschlossen. Der Bundesrat könnte nun neue Verschärfungen bei Schulen und in Tourismus-Orten planen.

Fernunterricht für ältere Schüler

So soll das Departement von Gesundheitsminister Alain Berset bei der Taskforce sowie bei den Kantonen Berichte zu Coronavirus-Massnahmen an Schulen eingefordert haben. Das berichteten verschiedene Sonntagszeitungen. Die Vorschläge sollen nun geprüft werden. Im Vordergrund stehen Gymnasien und Berufsschulen. Der Bund könnte Halbklassenunterricht beschliessen oder einzelne Fächer wie Sport streichen. Experten der Corona-Taskforce fordern gar Fernunterricht für ältere Lernende. Die weiterführende Schulen sind gemäss Medienberichten schon auf Fernunterricht vorbereitet.

Primarschulen sollen im Präsenzunterricht bleiben

Bei den Primarschulen bleibt der Bundesrat noch vorsichtig. Schulschliessungen haben nicht nur Auswirkungen auf den Lernprozess der Kinder, sondern auch auf deren Psyche. «Ich weiss, dass Schulschliessungen die ultima ratio sind. Aber wenn sie unvermeidlich werden, können wir nicht noch vierzehn Tage überlegen. Dann müssen wir sofort bereit sein», sagte Bundesrätin Viola Amherd in einem Interview mit «CH Media».

Auch die Experten des Bundes sprachen sich am Dienstag gegen allgemeine Schulschliessungen aus. «Bis jetzt wissen wir, dass die Übertragungen in Schulen immer unter Kontrolle gehalten wurden», sagte Virgine Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Die Lehrerverbände fordern nun klare Massnahmen des Bundes. «Wir erwarten vom Bundesrat am Mittwoch klare Aussagen und eine Strategie, wie es bei den Schulen weitergeht», sagt Dagmar Rösler, Präsidentin des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz, zu «Blick».

«Eine Schliessung der Skigebiete könnte notwendig werden»

Ein zweiter Punkt, den der Bundesrat ins Auge fassen könnte, sind die Skigebiete. Derzeit haben die Kantone die Entscheidungsfreiheit, die Gebiete offen zu halten. Die meisten Skigebiete sind nach wie vor geöffnet. An den Wochenenden stürmten viele Wintersportler in die Gebiete, wie Bilder auf Social Media zeigten. Auch dazu äusserte sich Viola Amherd im Interview mit «CH Media». Im Moment sei es richtig, dass die Gebiete offen hätten. «Je nach Entwicklung könnte eine Schliessung nötig werden. Das Virus gibt den Takt vor, nicht die Politik.»

Die Experten des Bundes äusserten sich am Dienstag wie folgt: «Die Skigebiete werden sicher zum Thema, wenn sich Personen nicht an die Schutzkonzepte halten», sagte Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte.

Dass der Bundesrat am Mittwoch Entscheide zu den Schulen oder den Skigebieten fällt, ist eher unwahrscheinlich. Konkrete Vorschläge zu neuen Massnahmen müssten zuerst in die Konsultation gegeben werden. Das scheint bisher nicht der Fall zu sein.

(gbo)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. Januar 2021 05:58
aktualisiert: 20. Januar 2021 08:41