Ukraine

Schweiz erhöht humanitäre Soforthilfe um zwei Millionen Franken

22. März 2022, 16:24 Uhr
Ignazio Cassis hat am Dienstag beim ersten Besuch eines Schweizer Bundespräsidenten in Moldawien eine Erhöhung der humanitären Soforthilfe um zwei Millionen Franken bekanntgegeben. Ein Teil des Schweizer Botschaftspersonals in Kiew wird nach Moldawien verlegt.
Der schweizerische Bundespräsident führte auch Gespräche mit Moldawiens Premierministerin Natalia Gavrilita.
© @ignaziocassis/Twitter

Zusätzlich zu den vom Bundesrat gesprochenen 80 Millionen Franken für die humanitäre Hilfe der Schweiz in der Ukraine und der Region kündigte Cassis eine finanzielle Soforthilfe von zwei Millionen Franken an, um den grossen Aufwand der moldawischen Behörden bei der Bewältigung der Krise mitzutragen. Dies teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstag mit.

Als langjähriger Partner werde die Schweiz Moldawien und die Ukraine auch in dieser Krise weiterhin unterstützen, schrieb Cassis selber in einem Tweet anlässlich seines Treffens mit Maia Sandu, der Präsidentin Moldawiens, in der Hauptstadt Chisinau. Der Bundespräsident erklärte gemäss Mitteilung, dass die Schweiz bereit sei, pragmatisch und unbürokratisch auf die grossen aktuellen Herausforderungen zu reagieren.

So wird etwa ein Teil des für die Ukraine und Moldawien zuständigen Schweizer Botschaft in der ukrainischen Hauptstadt Kiew temporär nach Chisinau verlegt, wie der Bundespräsident ankündigte. Dies, weil die Botschaft wegen des Krieges vorübergehend geschlossen wurde.

Seit 30 Jahren diplomatische Beziehungen

Sandu wiederum bedankte sich in einem Tweet für «die Unterstützung unserer Bewältigung der Flüchtlingskrise». Sie freue sich auch über die Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen Moldawien und der Schweiz. Die beiden Staaten hatten unmittelbar nach der Unabhängigkeit Moldawiens vor 30 Jahren diplomatische Beziehungen aufgenommen.

Cassis führte auch Gespräche mit Premierministerin Natalia Gavrilita. Die bestehende Unterstützung werde intensiviert, um neue Bedürfnisse bei Zusammenarbeitsprojekten und der humanitären Hilfe abzudecken, teilte der Bundespräsident und Aussenminister anschliessend ebenfalls auf Twitter mit.

Nach dem Treffen mit Sandu und Gavrilita besuchte Cassis das Schweizer Gesundheitsteam im Transitzentrum in Chisinau. Dort leisten gemäss EDA-Mitteilung derzeit 14 Mitglieder des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) Dienst. Sie helfen Frauen und Kindern aus der Ukraine, die medizinische Hilfe benötigen.

Besuche in Transit- und Berufsbildungszentrum

Ausserhalb von Chisinau besuchte die Schweizer Delegation zusammen mit der moldawischen Präsidentin eine Unterkunft, in der Geflüchtete dauerhafter in einem Berufsbildungszentrum untergebracht sind. Mit dem Besuch ging die zweitägige Reise der Delegation zu Ende.

Am Montag hatte sie Polen besucht. Dabei würdigte Cassis die Solidarität der polnischen Bevölkerung und Behörden mit den Flüchtlingen aus der Ukraine. Er wollte sich auf der Reise aus erster Hand über die Lage der Flüchtlinge und über die humanitäre Hilfe der Schweiz informieren.

Zu Cassis' Delegation auf der zweitägigen Reise nach Polen und Moldawien gehören der Präsident der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats, Franz Grüter (SVP/LU), Nationalrätin Edith Graf-Litscher (SP/TG), der Delegierte für humanitäre Hilfe und Chef des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH), Manuel Bessler sowie der Schweizer Botschafter für die Ukraine und Moldawien, Claude Wild.

Quelle: sda
veröffentlicht: 22. März 2022 16:23
aktualisiert: 22. März 2022 16:24
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