Korruption

Schweiz verliert bei Korruptionsbekämpfung Podestplatz

25. Januar 2022, 06:12 Uhr
Die Schweiz verliert im neusten internationalen Korruptions-Ranking ihren Podestplatz und fällt auf Rang 7 ab. Damit verfehlt sie laut Transparency International erneut deutlich die möglichen Bestwerte, unter anderem wegen Vetternwirtschaft.
Den ersten Platz auf der Rangliste teilen sich dieses Jahr mit 88 Punkten Dänemark, Finnland und Neuseeland.
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

In der Gesamtwertung weist sie für das vergangene Jahr 84 der maximal 100 Punkte auf, wie es in der Mitteilung von Transparency International vom Dienstag heisst. Das sei eine Verschlechterung gegenüber 2020 um einen Punkt im Corruption Perceptions Index (CPI). Andere Länder dagegen hätten sich gehalten oder wie Finnland und Norwegen sogar verbessert und die Schweiz überholt.

Martin Hilti, Geschäftsführer von Transparency Schweiz, betont in der Mitteilung den dringenden Handlungsbedarf bei der Korruptionsbekämpfung im öffentlichen Sektor. «Wir sollten deshalb endlich die noch immer weit verbreitete Vetternwirtschaft unterbinden und den Umgang mit Interessenskonflikten verbessern», wird er in der Mitteilung zitiert.

Hinzu kämen erhebliche Mängel in Bereichen, die der CPI gar nicht messe, so insbesondere in der Geldwäschereibekämpfung, der Regulierung und Transparenz des politischen Lobbyings und beim Schutz von Whistleblowern. «In diesen Bereichen braucht es rasch deutliche Verbesserungen», so Hilti.

Insgesamt düsteres Bild

Der CPI 2021 umfasst 180 Länder. Den ersten Platz auf der Rangliste teilen sich dieses Jahr mit 88 Punkten Dänemark, Finnland und Neuseeland, während der Südsudan (11 Punkte), Syrien (13 Punkte) und Somalia (13 Punkte) erneut die Schlusslichter bilden.

Der CPI der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International erfasst die Wahrnehmung der Korruption im öffentlichen Sektor. Grundlage sind die Einschätzungen von Fachpersonen aus Wissenschaft und Wirtschaft, wie es weiter heisst.

Der Index messe nicht die effektive Korruption im öffentlichen Sektor, sondern dessen wahrgenommene Korruptionsanfälligkeit und auch nicht die Korruption im Privatsektor. Hohe Werte stünden für eine tiefe Korruptionsanfälligkeit.

Laut Mitteilung offenbart der Index trotz Fortschritten ein düsteres Bild: Noch immer erreicht mehr als die Hälfte aller untersuchten Länder nicht einmal 50 der maximal möglichen 100 Punkte. 

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. Januar 2022 06:10
aktualisiert: 25. Januar 2022 06:12
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