Anzeige
Badesaison

Schweizer Gewässer haben gefährlich viel Wasser – auch die Reuss

11. Juni 2021, 18:31 Uhr
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: Tele 1

Die meisten Menschen ertrinken in offenen Gewässern: in Flüssen, Bächen oder Seen. Im vergangenen Jahr zählte die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG 46 Todesopfer. Im Hinblick auf das bevorstehende Wochenende mahnt sie wegen hoher Wasserstände zur Vorsicht.

Die SLRG rät in einer Mitteilung von einem Aufenthalt in Fliessgewässern ab. «Wir raten den Menschen, sich an sicheren Orten dem Wasserspass zu widmen oder noch etwas zu warten». Hohe Wasserstände führen zu stärkerer Strömung, zu Wassertrübung und tieferen Temperaturen. Eine Badeanstalt biete mehr Sicherheit.

Auch die Reuss führt viel Wasser

Gewitter und Regen haben in den vergangenen Tagen dazu geführt, dass die Reuss derzeit besonders viel Wasser führt. Deshalb sollen sich laut der SLRG Region Zentral auch gute Schwimmer das Schwimmen im Fluss zweimal überlegen – auch wenn das Wetter am kommenden Wochenende verlockend ist.

Fliesskraft und Temperatur sind Risikofaktoren

Weil der Wasserstand so hoch ist, hängen zum Beispiel Bäume ins Wasser. Daran oder an Brückenpfeilern kann man hängen bleiben. «Die Fliesskraft kann dann einen Schwimmer unter Wasser drücken. Der Mensch kommt kräftemässig nicht dagegen an und ertrinkt», erklärt Ueli Bärtschi, Präsident der SLRG Region Zentral. Ein weiteres Risiko ist die Wassertemperatur. Aktuell ist die Reuss in Luzern 15 Grad kalt. Mit den am Wochenende erwarteten Lufttemperaturen von bis zu 30 Grad kann es schnell zu einem Kälteschock kommen.

Der See ist eine gute Alternative 

Die SLRG Region Zentral empfiehlt auf Badis – oder, wer nicht auf natürliche Gewässer verzichten will, auf den See auszuweichen. «Es ist ein stilles Gewässer. Und es gibt viele schöne Seebadis am Vierwaldstättersee, in denen Rettungsschwimmer für Sicherheit sorgen», so Ueli Bärtschi.

«Bööteln» in der Reuss ist zwar erlaubt, aber...

Nicht nur beim Schwimmen in der Reuss ist Vorsicht geboten. Wer sich gerne mit dem Gummiboot den Fluss runtertreiben lässt, muss besonders vorsichtig sein. Da der Wasserstand hoch ist, kann es starke Strömungen haben oder man bleibt mit dem Boot an Bäumen und Brücken hängen.

Die SLRG empfiehlt, sich im Vorfeld über die Strecke, die man fahren will, zu erkunden. Ueli Bärtschi betont zudem: «Das Bier derzeit lieber nicht während dem ‹Bööteln› trinken, sondern danach».

46 Menschen ertranken im vergangenen laut der SLRG in Schweizer Gewässern. Darunter waren 32 Männer, zehn Frauen und vier Kinder. 44 der Todesfälle ereigneten sich in offenen Gewässern: 25 Menschen ertranken in Flüssen oder Bächen, 19 in Seen, eine Person im heimischen Pool und eine im Planschbecken.

Quelle: sda/PilatusToday
veröffentlicht: 11. Juni 2021 07:05
aktualisiert: 11. Juni 2021 18:31