Schweizer Landwirte bleiben auf Ernte sitzen

8. Dezember 2019, 14:53 Uhr
Obst und Gemüse entsprechen häufig nicht den Normen der Detailhändler
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Obst und Gemüse entsprechen häufig nicht den Normen der Detailhändler

Zu gross, zu klein oder zu wenig rund. Weil Obst und Gemüse oft nicht den Normen der Schweizer Detailhändler entsprechen, bleiben Landwirte auf ihrer Ernte sitzen. Für die Lebensmittelverschwendung können jedoch nicht nur die Detailhändler verantwortlich gemacht werden.

Bei den Detailhändlern in der Schweiz gibt es genaue Normen, wie Obst und Gemüse auszusehen haben. Weil die Natur aber eigenwilliger ist, werden Landwirte ihre Ernten nicht los. Laut dem Sonntagsblick betrifft das Problem alle Bauern. Weil sie aber stark abhängig sind von den Detailhändlern, wollen sich viele nicht öffentlich beklagen. Ein Bauer äussert sich trotzdem in der Zeitung. «Die Normen sind absurd», sagt der Biobauer Stefan Krähenbühl. Er könne fast die Hälfte seiner Ernte nicht den grossen Supermärkten verkaufen. Krähenbühl fordert, dass das System überdenkt wird.

Alleine den Detailhändlern kann man die Schuld nicht in die Schuhe schieben. Immerhin haben Migros und Coop auch Linien, bei denen optisch speziellere Gemüse verkauft werden. Die Konsumenten greifen aber lieber zu den einwandfreien Produkten. Laut dem Schweizerischen Bauernverband hängt dies jedoch auch damit zusammen, dass die krummen Rüebli und Kartoffeln in den Läden relativ versteckt sind. Für eine Veränderung müssten die Produkte prominenter platziert werden.

veröffentlicht: 8. Dezember 2019 14:41
aktualisiert: 8. Dezember 2019 14:53