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Schweizer Schoggi landet punkto Nachhaltigkeit nur im Mittelfeld

Vergleich

Schweizer Schoggi landet punkto Nachhaltigkeit nur im Mittelfeld

· Online seit 28.03.2023, 09:47 Uhr
Bald ist wieder Ostern und wie jedes Jahr ziehen die Schoggiverkäufe vor dem Frühlingsfest kräftig an. Doch wie steht es eigentlich um die Arbeitsbedingungen und die Nachhaltigkeit bei der Produktion der süssen Hasen, Eier und Bibeli? Ein internationaler Vergleich zeigt, wie Schweizer Hersteller abschneiden.
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Der Schoggi-Vergleich «Chocolate Scorecard 2023» stammt von einem Konsortium verschiedener Nichtregierungs-Organisationen wie dem WWF und dem Netzwerk gegen Menschenhandel. Die Liste bewertet weltweit 72 Schokoladeunternehmen gemäss fünf Nachhaltigkeitskriterien: Menschenrechte, Kinderarbeit, Löhne der Kakaobauern, Rodungen, Landnutzung und Transparenz.

Kinderarbeit bleibt ein Problem

Die Ergebnisse sind ernüchternd, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Obwohl sich viele Hersteller nachhaltig geben, können nur elf Prozent der befragten Unternehmen vollständig zurückverfolgen, woher der verarbeitete Kakao stammt. Neun von zehn Firmen verzichten zwar auf das Abholzen von Wäldern. Aber nur die Hälfte ergreife konkrete Massnahmen, um sicherzustellen, dass ihre Zulieferer keine Bäume rodeten.

Noch schwerwiegender sind die Resultate beim Thema Kinderarbeit. Nur sechs Prozent der Kinderarbeit in der Schoggi-Herstellung, würden entdeckt. Und dies, obwohl sich die Branche schon vor Jahren dazu verpflichtete, gegen Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen vorzugehen.

Coop top ...

Von den Schweizer Unternehmen schneidet die Coop-Marke Halba am besten ab. Sie wurde zusammen mit nur vier weiteren Firmen mit einem grünen Häsli ausgezeichnet. Das bedeutet, dass Halba beim Thema Nachhaltigkeit zu den führenden Marken gehört. Auf Platz 10 folgt der weltgrösste Nahrungsmittelhersteller Nestlé mit seinen Schoggiprodukten.

Die weiteren Schweizer Schoggihersteller liegen im Mittelfeld. Der weltgrösste Schokolade- und Kakaohersteller Barry Callebaut aus Zürich liegt auf Platz 16. Er hat sehr gute Noten bei der Bekämpfung von Kinderarbeit erhalten, steht aber beim Thema umweltbelastende Landwirtschaft relativ schlecht da. Lindt & Sprüngli aus Kilchberg folgt auf Platz 20. Der Goldhasen-Hersteller schneidet bei den Löhnen der Kakaobauern und beim Umweltschutz schlecht ab.

... Migros missing

Während Coop mit seiner Marke Halba gut abschneidet, sucht man den grossen Rivalen der Supermarktkette auf der Chocolate Scorecard 2023 vergebens. Die Migros, respektive ihr Schoggi-Tochterunternehmen Delica, wurde vom WWF «leider vergessen», wie die Umweltschutz-Organisation zitiert wird.

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Immerhin: Die Schweizerinnen und Schweizer seien vermehrt an hochwertiger Schokolade interessiert, so der Coop gegenüber dem Tages-Anzeiger. Auch unkonventionelle Formen von Oster-Schokolade wie Dinosaurier oder Einhörner erfreuten sich in diesem Jahr grosser Beliebtheit.

(osc)

veröffentlicht: 28. März 2023 09:47
aktualisiert: 28. März 2023 09:47
Quelle: Today-Zentralredaktion

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