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Altersvorsorge

Schweizer wissen wenig über AHV, Pensionskasse oder die 3. Säule

27. August 2021, 06:07 Uhr
Das schweizerische Vorsorgesystem ist komplex und von Laien nicht leicht durchschaubar. Ein Forschungsteam der Hochschule Luzern hat den aktuellen Wissensstand der Schweizer Bevölkerung zur Altersvorsorge untersucht. Die Studie zeigt: Während es in der Bevölkerung ein hohes Bewusstsein für die Wichtigkeit der Altersvorsorge gibt, ist das Wissen darüber bescheiden.
Darf man für zur Wohneigentumsfinanzierung Vorsorge-Gelder beziehen?
© Keystone/STEFFEN SCHMIDT

AHV, Pensionskasse oder die Säule 3a: Das ist zwar wichtig, das wissen die Schweizer. Damit hören die Kenntnisse aber schon bald auf, zu verwirrend ist die Altersvorsorge. Und doch wäre es sehr wichtig, sich in diesem Bereich etwas auszukennen, schreibt die Hochschule Luzern in einer Mitteilung. Denn: Aufgrund des demografischen Wandels und der anhaltenden Tief- und Negativzinsphase können viele Leistungen in Zukunft nicht mehr garantiert werden.

Notiz am Rande: Wir haben da mal mit einer Expertin über das Thema gesprochen. Wenn du beim Thema Altersvorsorge nur Bahnhof verstehst, schau doch mal da rein:

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Quelle: Pilatus Today

«Das hat zur Folge, dass die Versicherten in Eigenverantwortung mögliche Vorsorgelücken erkennen müssen», sagt Yvonne Seiler Zimmermann, Studienautorin und Dozentin an der Hochschule Luzern. Laut der Studienautorin wäre ein minimaler Kenntnisstand der Bevölkerung in Finanzfragen und insbesondere zur Altersvorsorge nötig – einerseits, um geeignete Vorsorgelösungen zu finden. Andererseits aber auch, um als Stimmbürgerinnen und Stimmbürger verantwortungsvolle politische Entscheide zu treffen.

60 Prozent sind interessiert

Eine repräsentative Studie der Hochschule Luzern im März 2021 mit 1'200 Personen hat ergeben: Das Interesse am Thema Vorsorge ist hoch. 70 Prozent sind am Thema interessiert, 44 Prozent haben sich schon intensiv damit beschäftigt. Doch die Ergebnisse unterschieden sich je nach Alter der Studienteilnehmer.

Während bei Personen unter 35 Jahren knapp 60 Prozent angeben, an der Thematik interessiert zu sein, sind es bei den über 50-Jährigen mehr als 80 Prozent. Die Umfrage lässt den Schluss zu: Den Versicherten ist bewusst, dass der demografische Wandel Herausforderungen mit sich bringt. Nur gerade vier Prozent der Befragten sehen keinen Handlungsbedarf für eine Reform.

Viele wissen nicht, dass sie nicht viel wissen

Im Gegensatz dazu steht das konkrete Wissen. Lediglich zwei Prozent von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnten alle Fragen korrekt beantworten. Bei den meisten Fragen wusste durchschnittlich rund ein Drittel aller Befragten die korrekte Antwort. Gut auszukennen scheint sich die Bevölkerung beim Thema der Wohneigentumsfinanzierung. 81 Prozent der Teilnehmenden wussten, dass man Pensionskassengelder für Wohneigentum beziehen kann. Gerade bei Fragen, welche die eigene Vorsorge betreffen, ist der Anteil derjenigen, die fälschlicherweise meinen, die Antwort zu kennen, beachtlich hoch. Je nach Frage bewegt sich dieser Anteil zwischen 28 und 49 Prozent. Hingegen ist der Anteil derjenigen, die zugeben, dass sie Fragen nicht beantworten können, wesentlich kleiner. «Das Hauptproblem ist somit nicht das fehlende Wissen an und für sich, sondern die Unkenntnis der eigenen Wissenslücken», so Seiler Zimmermann. Die Expertin betont: «Personen, die fälschlicherweise meinen, sich gut auszukennen, neigen auch eher dazu, sich nicht beraten zu lassen und Fehlentscheidungen in der persönlichen Altersvorsorge zu treffen.»

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. August 2021 06:09
aktualisiert: 27. August 2021 06:07