Vermischtes

Sintflutartige Regenfälle in der Südschweiz – das Schlimmste scheint vorüber

30. August 2020, 09:38 Uhr
Im Tessin hat es die zweite Nacht in Folge teils äusserst heftig geregnet. Im Bild: Die überflutete Kantonsstrasse bei Cresciano, dahinter Wasserfälle.
© Alessandro Crinari / Keystone
Die zweite Nacht in Folge hat es im Tessin äusserst stark geregnet. Diesmal traf es besonders den Norden. Aber auch nördlich der Alpen sind die Auswirkungen des Starkregens zu spüren.

(sat) Im Tessin regnet es zwar immer noch in strömen. Doch das Schlimmste scheint vorüber, meldet am Sonntagmorgen das Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI). Bis Mittag wollten die Einsatzkräfte noch in Alarmbereitschaft sein, berichtet RSI mit Verweis auf Polizei und Feuerwehren im Tessin. Letztere seien allerdings noch immer stark gefordert wegen überfluteter Keller oder mit dem Räumen von Hangrutschen und Murgängen.

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Quelle: Gerhard Lob / CH Media

Wie MeteoNews am Sonntagmorgen meldet, ist im Süden und Osten der Schweiz auch in der vergangenen Nacht äusserst viel Regen vom Himmel gefallen. Besonders betroffen war diesmal das nördliche Tessin. Die grösste Niederschlagsmenge wird aus Cevio im Maggiatal gemeldet. Dort sind bis 6 Uhr früh innert 24 Stunden 254 Millimeter Regen gemessen worden. In der Magadinoebene bei Locarno fiel mit 243 Millimeter nur leicht weniger Wasser vom Himmel. Beides sind Tageswerte die weit über dem sonst üblichen Durchschnittswert im Tessin für den ganzen Monat August liegen.

Am Samstag verursachten die Regenfälle laut RSI zahlreiche Erdrutsche, Schlammlawinen und Überschwemmungen der Flussufer. Die kritischsten Situationen wurden in Bellinzona, Riviera und Gambarogno gemeldet. Acht Häuser mussten laut dem Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz evakuiert werden. Dabei hätten ein Dutzend Menschen vorübergehend ihre Häuser verlassen müssen. Meldungen büer Verletzte aufgrund der aktuellen Starkregen gibt es bislang nicht.

Heftige Regenfälle auch nördlich der Alpen

Südlich des Ceneri, in Lugano beispielsweise, sind am zweiten Tag der vorausgesagten Starkregen gerade mal noch 117 Millimeter Niederschlag gemessen worden. Diese Region war am Freitag und Samstag besonders stark betroffen von den Unwettern. Vergleichbare Regenmengen sind in den letzten 24 Stunden auch nördlich der Alpen gemessen worden – auf dem Gütsch bei Andermatt (UR) beispielsweise 101 Millimeter, in Thusis (GR) 99 Millimeter oder in Glarus 96 Millimeter.

Für den heutigen Sonntag prognostiziert MeteoNews im Süden weiterhin «gewittrig durchsetzten Regen». Auch im Norden werde es «verbreitet und zum Teil kräftig» regnen. Letztmals eine vergleichbare Unwetterwarnung der höchsten Stufe 5 ausgegeben hat MeteoSchweiz übrigens vor 14 Jahren, wie die Wetterfrösche des Bundes in ihrem Wetterblog schreiben. Damals allerdings erfolgte die Warnung im Zusammenhang mit ergiebigen Schneefällen auf der Alpensüdseite.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 30. August 2020 08:20
aktualisiert: 30. August 2020 09:38