Illegale Partys und Brände

So verlief die Silvester-Nacht in der Schweiz

1. Januar 2021, 16:33 Uhr
Werbung

Quelle: CH Media Video Unit

Die Zentralschweizer Polizeien melden eine mehrheitlich ruhige Silvesternacht. Doch in den Kantonen Zürich und Waadt lösten Polizisten illegale Silvesterpartys auf und in Biel wurden mehrmals Feuerwerkskörper in die Richtung von Polizisten abgeschossen.

In Villeneuve VD musste die Polizei wegen einer illegalen «Rave Party» ausrücken, die in einer leerstehenden und nach einem Brand einsturzgefährdeten Halle organisiert worden war. 200 bis 300 Personen hätten sich versammelt und bis in den Morgen hinein feiern wollen, schrieb die Waadtländer Polizei am Freitag.

Über 100 Einsatzkräfte vor Ort

Über 100 Einsatzkräfte geleiteten die Feiernden ohne Zwischenfälle ins Freie. Organisiert worden war der Anlass von einem 29-jährigen Schweizer. Er und noch drei weitere Personen wurden kontrolliert.

Die Evakuierung war nach Angaben der Polizei zur Sicherheit der Feiernden nötig. Denn die Halle war nach einem Feuer im Jahr 2009 beschädigt, und in dem geschlossenen Raum seien Benzin-Generatoren eingesetzt worden. Die Sound-Anlage wurde sichergestellt.

Auch in der Zürcher Vorortgemeinde Volketswil musste die Polizei eine unbewilligte Silvesterparty auflösen, an der nach ihren Angaben mehr als 100 Personen teilnahmen. Laut der Zürcher Kantonspolizei sind auf Zürcher Boden an öffentlichen und privaten Versammlungen nicht mehr als zehn Personen erlaubt.

Feuerwerk in Richtung Polizei

Gefeiert worden war in Volketswil in einem leer stehenden Gewerbegebäude. 25 Jugendliche und junge Erwachsene wurden kontrolliert und weggewiesen. Laut der Zürcher Kantonspolizei werden sie wegen Missachtung der Corona-Vorschriften verzeigt. Weitere Ermittlungen laufen.

In Zentrum von Biel wurden mehrere Male Feuerwerkskörper in Richtung von Einsatzkräften der Polizei abgeschossen, wie ein Sprecher der Berner Kantonspolizei gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Verletzt worden sei nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Mehrere Personen seien kontrolliert worden. Abklärungen seien noch im Gang.

Wynigen: 95-Jährige eingeklemmt und tödlich verletzt

Ein davonrollendes Auto überfuhr in der Silvesternacht zwei Frauen. Bei dem Unfall verlor eine 95-Jährige ihr Leben. Zur Betreuung der Anwesenden wurde ein Care Team aufgeboten.

Die Unfallmeldung sei am Donnerstag um 22.25 Uhr eingegangen, meldete die Kantonspolizei Bern am Neujahrstag. Gemäss ihren Erkenntnissen hatten zwei Frauen versucht, zu einem Mann in ein Auto einzusteigen, als dieses ins Rollen geriet. Beide Frauen seien unter den Wagen geraten und eingeklemmt worden. Anwesende Privatpersonen hätten die beiden Frauen befreien können. Diese seien von zwei Ambulanzteams und einem Team der Rega vor Ort versorgt worden.

Eine der Frauen sei jedoch noch an der Unfallstelle verstorben. Wie die Polizei mitteilt, handelte es sich um eine 95-jährige Frau aus dem Kanton Bern. Die andere Frau wurde mit schweren Verletzungen durch einen Rettungshelikopter ins Spital gebracht. Für die Betreuung der Unfallzeugen sei ein Care Team aufgeboten worden. Warum das Auto ins Rollen geriet, müsse noch geklärt werden, so die Polizei.

Junger Mann mit Messer bedroht und ausgeraubt

In Olten ist ein junger Mann in der Neujahrsnacht in einer Unterführung gepackt, mit einem Messer bedroht und ausgeraubt worden. Die Polizei sucht Zeugen.

Der Überfall habe sich um 01.30 Uhr in der Winkelunterführung in Olten ereignet, meldet die Kantonspolizei Solothurn am Neujahrstag. Fünf junge Männer seien durch die Unterführung gegangen, dort seien sie einer Gruppe von zwei Frauen und drei Männern begegnet. Wie die Polizei berichtet, packten die drei Männer einen der jungen Männer, bedrohten ihn mit einem Messer und zwangen ihn zur Herausgabe von Bargeld.

St. Galler Polizei wegen Gewalt und Streitereien im Einsatz

Die Kantonspolizei St. Gallen ist in der Silvesternacht in drei Fällen wegen Streitereien im Privatbereich ausgerückt. Die Polizisten intervenierten und schlichteten, wie die Kantonspolizei am Freitag mitteilte. In Gossau und Rapperswil-Jona kam es zu insgesamt drei handgreiflichen Auseinandersetzungen.

Bei einem Fall in Rapperswil-Jona wurden zwei Männer im Alter von 21 und 25 Jahren auf dem Schlüsselplatz von mehreren Männern mit Faustschlägen und Tritten traktiert. Der 21-jährige Mann wurde dabei leicht verletzt und musste ins Spital gebracht werden.

Viermal war die Polizei wegen persönlicher Lebenskrisen von Personen im Einsatz. Teilweise mussten die betroffenen Personen fachärztlich begutachtet werden.

Zwei Brände durch abgebrannte Feuerwerkskörper

Als Brandursache steht auf dem Balkon gelandetes Feuerwerk im Vordergrund, wie die Kantonspolizei St. Gallen am Freitag mitteilte. Die genaue Ursache wird nun durch das Kompetenzzentrum Forensik der Kantonspolizei St. Gallen abgeklärt. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 10'000 Franken geschätzt.

In Schmerikon führten mutmasslich entsorgte Feuerwerksresten zu einem Mottbrand in einem Abfalleimer am Rösslihab.

Trin GR: Frau auf Fussgängerstreifen von Auto erfasst

In Trin Dorf GR ist am Donnerstagabend eine Frau beim Überqueren eines Fussgängerstreifens von einem Auto erfasst worden. Sie wurde dabei mittelschwer verletzt, wie die Kantonspolizei Graubünden am Freitag mitteilte.

Die 76-Jährige überquerte den Fussgängerstreifen beim Volg in Trin Dorf kurz vor 17 Uhr, um in die Kirche zu gehen. Dabei wurde sie von einem 81-jährigen Personenwagenlenker, der in Richtung Tamins fuhr, frontal erfasst. Arzt und Sanitäter der Rega sowie ein Ambulanzteam der Rettung Chur versorgten die Verletzte am Unfallort. Sie wurde anschliessend ins Kantonsspital Graubünden geflogen.

Lawine im Jura: Skifahrer am Chasseral zu Tode gekommen

Bei der Abfahrt in die Combe Grède auf der Nordseite des Chasserals geriet ein Skitourenfahrer am Donnerstag in ein Schneebrett. Er wurde reanimiert, konnte aber nicht mehr gerettet werden.

Der Mann sei an Silvester als erster einer Gruppe von fünf Skitourengängern unterwegs gewesen, die sich auf der Abfahrt befunden habe, meldete die Kantonspolizei Bern am Neujahrstag. Das Schneebrett habe sich um zirka 12.40 Uhr im Bereich La Combe Grède gelöst, den Mann mitgerissen und verschüttet.

Seine Begleiter hätten ihn geborgen und die Rega alarmiert, worauf das Lawinenopfer mit dem Rettungshelikopter ins Spital geflogen worden sei. Trotz Reanimationsversuchen sei er dort verstorben. Bei dem Betroffenen handle es sich um einen 31-jährigen Mann mit Wohnsitz im Kanton Neuenburg.

Quelle: SDA / CH Media
veröffentlicht: 1. Januar 2021 11:18
aktualisiert: 1. Januar 2021 16:33