Luzern

So werden Granaten aus dem Rotsee geborgen

3. September 2020, 22:15 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Am 20. Oktober 1916 explodierte am Rotsee ein Magazin mit Handgranaten. Fünf Angestellte kamen ums Leben und über 10'000 Handgranaten wurden in den See geschleudert. Letztere versucht man seitdem zu bergen.

Das erste Mal, dass Taucher Handgranaten aus dem Rotsee fischen, ist es nicht. Die ersten Exemplare wurden von privaten Tauchern bei der jährlichen «Rotsee-Putzete» aus dem See geholt. In den Jahren 1979, 1999 und 2001 wurden in der Nähe der Rotsee-Badi über 1'700 Handgranaten von Polizei und Armee geborgen. Wie viele noch unter Wasser verbleiben, kann man nicht genau sagen. Man geht davon aus, dass bei der Explosion rund 10'000 Handgranaten im Rotsee landeten.

Können an der Luft ein Risiko darstellen

Nachdem ein Magnetfischer im August 2019 der Luzerner Polizei den Fang einer Handgranate meldete, führten Polizeitaucher mehrere Kontrolltauchgänge durch, um Handgranaten zu markieren und dann Anfangs November zu bergen. Bei dieser letzten Suchaktion konnten zwölf Granaten sichergestellt werden. «Es geht vor allem darum, Handgranaten die in der Nähe der Oberfläche liegen, zu bergen», sagt Christian Bertschi, Mediensprecher der Luzerner Polizei. Denn obwohl die über hundertjährigen Defensivhandgranaten des Typs Siegwart DHG 16, solange sie im Wasser sind, für Seebesucher keine Gefahr darstellen, kann der Explosivstoff, wenn er trocknet, ein Risiko darstellen.

Rund 20 Granaten geborgen

Wegen diesem Restrisiko führte die Luzerner Polizei mit Unterstützung von Spezialisten der Schweizer Armee zwischen 1. und 3. September 2020 mehrere Tauchgänge durch, um Handgranaten zu lokalisieren, markieren und zu bergen. Rund 20 Granaten konnten dabei aus dem Wasser genommen werden und wurden mit einem Spezialfahrzeug zur fachgerechten Entsorgung durch die «RUAG» gebracht. Eigentlich wollte man mehr Handgranaten bergen, die schlechten Sichtverhältnisse Unterwasser liessen dies jedoch nicht zu. «Es ist nicht auszuschliessen, dass es weitere Bergungsaktionen geben wird», so Bertschi. (mda)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 3. September 2020 17:04
aktualisiert: 3. September 2020 22:15