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Vorbild Genf

Soll auch die Stadt Luzern Werbeplakate verbieten?

4. Oktober 2021, 19:27 Uhr
Eine Stadt ohne kommerzielle Werbeplakate? Wäre das auch in Luzern möglich? In Genf auf jeden Fall hat eine linke Mehrheit im Stadtparlament kürzlich beschlossen, dass ab 2025 kommerzielle Plakatwerbung aus der Stadt verschwinden soll. Ziehen jetzt andere Schweizer Städte nach? Wir haben nachgefragt.
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Quelle: Tele1

Auto-, Kleider-, oder auch Bankwerbung, sie alle würden verschwinden. Die Stadt Luzern besitzt über 600 Plakatstellen, die sie selber vergibt. Dass darauf keine kommerzielle Werbung mehr zu sehen wäre, findet Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen Stadt Luzern, keine gute Idee. «Eine gewisse Farbigkeit und Dynamik würde verloren gehen.»

Mit der Vermietung dieser Plakatflächen nimmt die Stadt Luzern rund 2,5 Millionen Franken ein. Geld, auf das man nicht verzichten möchte. Immerhin: Die gezeigte Werbung werde gezielt ausgesucht. «Es darf nicht zu viel, zu schnell, zu grell sein. Aber wenn es gut und dezent ausgesucht wird, finde ich, darf die öffentliche Hand das machen.»

Anderer Meinung ist die SP der Stadt Luzern. Mario Stübi findet es eine gute Idee, im öffentlichen Bereich keine Werbung mehr sehen zu müssen. «Es ist sicher ein Schritt, den man sich überlegen muss. Diese Überlegungen müssen zwingend gemacht werden.»

Aber warum schafft Genf die Werbung im öffentlichen Raum überhaupt ab? Wenn die Werbung zu verlockend ist, kämen die Menschen in einen Kaufrausch und könnten sich im schlimmsten Fall sogar verschulden. Die Werbung, die verschwindet, soll Platz für anderes machen.

«Es kann durchaus Werbung geben. Aber nicht nur für kommerzielle Produkte und Dienstleistungen, sondern zum Beispiel für künstlerische Plakate», so Stübi.

So wie in Genf. Dort sind trotz der neuen Regelung Kultur- und Polizei-Plakate weiterhin erlaubt. Zwei Jahre dauert der Vertrag noch, der die Stadt Luzern wegen der Plakatflächen hat. Wenn die Neuausschreibung kommt, wird man allenfalls auch in der Stadt Luzern darüber diskutieren, ob die kommerzielle Werbung verschwinden soll oder nicht.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. Oktober 2021 18:16
aktualisiert: 4. Oktober 2021 19:27