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Hacker-Angriff auf Schwyzer Firma

Steuerdaten im Darknet – So schützt du dich vor Cyberangriffen

Melissa Steuri, 10. November 2021, 18:08 Uhr
Eine Treuhandfirma aus dem Kanton Schwyz wird gehackt und sensible Daten wie Steuererklärungen landen im Darknet. So passiert vergangene Woche. Doch wie können sich Firmen und Privatpersonen vor solchen Angriffen schützen? Ein Experte gibt Tipps.
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Quelle: Tele 1

Für viele kleine Firmen ist es ein Horrorszenario: Ein Hackerangriff und sensible Daten von Kunden werden gestohlen. Mit dem Fall der Schwyzer Treuhandfirma hat die Cyberkriminalität eine neue Dimension erreicht (PilatusToday berichtete). Die Art und Weise, wie die Cyberkriminellen vorgegangen waren, ist zwar bekannt, sagt Peter Fischer, Professor für Informationssicherheit und Datenschutz an der Hochschule Luzern. Dass es so nah, so regional geschieht, ist allerdings neu.

So funktioniert ein Cyberangriff

Der Angriff kann zum Teil mehrere Monate dauern. Peter Fischer vergleicht es mit einer kriegerischen Attacke. Die Kriminellen starten damit, dass sie zuerst die betroffene Firma ausspionieren. Sie wollen wissen, wo die Schwachstellen im Netzwerk der Firma sind. Sobald diese gefunden sind, wird ein sogenannter Trojaner platziert. «Damit kann man Aktionen ausführen, die zur Schädigung führen, zum Beispiel einen Ransomware-Angriff. Bei diesem werden die Daten verschlüsselt und die Firma damit erpresset», so Fischer.

Oft kommt es zu einer Lösegeldforderung. Der Experte rät dringend davon ab, dieser nachzukommen. «Das Bezahlen ist keine Gewähr dafür, dass man die Daten zurückerhält. Man kann weiter betrogen werden», betont Peter Fischer. In diesem Fall soll man die Polizei einschalten. Fast alle Korps haben inzwischen eine Cyberabteilung, die helfen kann.

Sobald die Daten im Darknet gelandet sind, ist nicht mehr viel zu machen. Der Datenschutz-Experte empfiehlt in diesem Fall alle Passwörter zu ändern. Wenn man sich nicht sicher ist, ob man gehackt wurde, kann man das nachprüfen. Hier geht es zur entsprechenden Website.

Prävention ist bei der Cybersicherheit das A und O

Damit es gar nicht erst zu einem Cyberangriff kommt, ist Prävention wichtig. Peter Fischer empfiehlt ein Anti-Viren-System mit einer Firewall. Dafür kann eine entsprechende Cybersecurity-Firma engagiert werden. Ausserdem müssten die Mitarbeitenden entsprechend geschult werden und sorgfältig mit Passwörtern umgehen. Denn meist ist eine Cyberattacke auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. «Und Vorsicht ist auch bei Phishing-Mails geboten. Das sind meistens Eingangstore, bei denen man versucht, Zugangsdaten abzufangen», so Peter Fischer weiter.

Die folgenden Tipps helfen nicht nur Firmen – auch Privatpersonen können sich so vor Cyberattacken schützen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 10. November 2021 16:59
aktualisiert: 10. November 2021 18:08