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Corona-Pandemie

Studie zeigt Verbesserungspotential bei Hilfsorganisationen auf

15. November 2021, 08:01 Uhr
Menschen sind während der Corona-Krise schneller zu finanzieller Hilfe durch die Glückskette gekommen. Dies zeigt eine neue Studie. Dennoch gibt es bei der Krisenbewältigung noch Luft nach oben.
Die Glückskette sammelte Geld für Menschen, die wegen Corona in eine Notlage geraten sind.
© KEYSTONE/Martial Trezzini

Insgesamt 43,5 Millionen Franken sammelte die Glückskette für die Hilfe während der Corona-Pandemie. Dieses Geld wurde umgehend eingesetzt, um den Bedürftigen zu helfen. Über 40 Millionen Franken wurden bereits für Unterstützungen ausgegeben. Mit einer unabhängigen Studie zweier Fachhochschulen wollte die Glückskette nun herausfinden, wie einfach und schnell Menschen zu Unterstützung kommen. Das Ergebnis: sehr schnell.

«Wir haben in dieser Krise schnell und unbürokratisch reagiert», sagt Fabienne Vermeulen, Glückskette-Programmverantwortliche Schweiz. Das sei von den Organisationen sehr geschätzt worden. «In der Krisenbewältigung haben sich aber Grenzen gezeigt. Es fehlten vielerorts die Ressourcen zur Deckung der erhöhten Struktur- und Personalkosten.»

Dass die Hilfe so schnell kommen konnte, sei keinesfalls selbstverständlich. Denn viele Organisationen waren auf die Heftigkeit der Krise nicht vorbereitet. Zwar verfügen vor allem grössere Organisationen über ein Krisenmanagement, dennoch war die Lage neu und unerprobt.

Verbesserte Koordination gewünscht

Weiter zeigt die Studie, dass der Anteil Erwerbstätiger, Männer, Minderjähriger und Menschen mit Behinderungen angestiegen ist. Zu den dringendsten Bedürfnissen der Hilfesuchenden zählten Nahrungsmittel und finanzielle Unterstützung.

Zwar konnten die dringendsten Bedürfnisse gedeckt werden, die soziale Hilfe kam aber bei vielen Organisationen zu kurz. Kontakte, persönliche Gespräche und ein offenes Ohr waren vor allem im Lockdown, aber auch wegen des fehlenden Personals nicht oder nur beschränkt möglich. Deutlich wurde auch der Umstand, dass Personen, die vor dem Lockdown von keiner Einrichtung betreut wurden oder keinen Anspruch auf öffentliche Hilfe hatten, beispielsweise Sexarbeiterinnen und Sans-Papiers, nur schwer Zugang zu Hilfe hatten.

Laut der Studie wünschen sich die Organisationen im Falle einer weiteren Krise eine verbesserte Koordination der Aktionen und eine klare Aufgabenteilung zwischen den Organisationen auf regionaler und kantonaler Ebene. Weiter fordern die Organisationen, dass die staatliche Unterstützung geklärt wird und klare gesetzliche Rahmenbedingungen für ihre Tätigkeit gesetzt werden.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. November 2021 08:00
aktualisiert: 15. November 2021 08:01