Nach «Entgleisung»

SVP verzichtet «bis auf Weiteres» auf Teilnahme an SRF-Arena

22. März 2022, 22:26 Uhr
Bei der SRF-Sendung Arena am letzten Freitag, wo die Parteispitzen über den Ukraine-Krieg debattierten, hat Moderator Sandro Brotz SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi mit Rassismus-Vorwürfen im Nationalrat konfrontiert. Die SVP reagiert nun und nimmt bis auf Weiteres nicht mehr an der Sendung teil.
SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi sagte im Nationalrat, dass es nicht sein dürfe, «dass Nigerianer oder Iraker mit ukrainischen Pässen plötzlich 18-jährige Ukrainerinnen vergewaltigen».
© Keystone

«Nach der groben Entgleisung von Moderator Sandro Brotz hat die SVP jetzt entschieden, bis auf Weiteres auf eine Teilnahme an der Polit-Sendung des Fernsehens SRF zu verzichten», teilte die SVP am Dienstagabend mit. Die Partei fordere zudem eine Aussprache mit der SRG-Leitung, wie die Arena wieder «den gesetzlichen Auftrag der SRG erfüllen und neutral moderiert werden» könne.

Kritik an Moderator Brotz

Konkret kritisiert die SVP, dass sich Sandro Brotz als Richter gegenüber SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi aufgespielt habe. Laut der Schweizer Volkspartei steht diese «eklatante Grenzüberschreitung» im Widerspruch zum gesetzlichen Auftrag der SRG, Inhalte sachgerecht und neutral darzustellen. «Dass sich Arena-Moderator Sandro Brotz von seinen persönlichen Ansichten leiten lässt, ist für einen öffentlich-rechtlichen Sender inakzeptabel», heisst es in der Mitteilung weiter. Weil es sich gemäss der SVP nicht um die erste, «wohl aber um eine der schwersten Entgleisungen» von Brotz handelt, fordert die Partei nun eine Aussprache mit der SRG-Leitung.

Was ist passiert?

SVP-Fraktionschef sagte bei einer Debatte über die ukrainischen Flüchtenden im Parlament, dass es nicht sein dürfe, «dass Nigerianer oder Iraker mit ukrainischen Pässen plötzlich 18-jährige Ukrainerinnen vergewaltigen». Für Nationalratspräsidentin Irène Kälin (Grüne) zu viel des Guten. In der «Sonntagszeitung» sagte sie, Aeschi habe sich in unhaltbarer Weise rassistisch geäussert. Und weil in der SRF-Arena die Aussage von Thomas Aeschi zum Thema wurde, sagten die Grünen ihren Auftritt ab. Auch in den Sozialen Medien folgte ein Shitstorm.

In der Arena von Freitagabend, den 18. März, konfrontierte Moderator dann SVP-Fraktionschef Aeschi mit dessen Aussagen im Nationalrat und stellte klar, dass seine Äusserungen rassistisch waren. Dies hätte auch die eidgenössische Rassismus-Kommission bestätigt.

(red.)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 22. März 2022 18:27
aktualisiert: 22. März 2022 22:26
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