Zoo Zürich

Tierpflegerin stirbt nach Tiger-Attacke

4. Juli 2020, 21:30 Uhr
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Quelle: CH Media Video Unit / TeleZüri

Im Zürcher Zoo ist am Samstagnachmittag eine Tierpflegerin von einem Tiger angegriffen worden. Trotz Reanimationsversuchen starb die 55-jährige Frau noch an Ort und Stelle.

Am frühen Samstagnachmittag attackierte der Amurtiger Irina im Zoo Zürich eine Tierpflegerin. Wie die Stadtpolizei Zürich mitteilt, sei diese sofort mit Spezialisten von Schutz & Rettung ausgerückt, um die Frau zu retten.

In der Zwischenzeit sei es dem Notfalldispositiv des Zoos zwar gelungen, den Tiger von seiner Beute wegzulocken, dennoch kam für die 55-Jährige jede Hilfe zu spät. Trotz den Reanimationsversuchen verstarb sie noch an Ort und Stelle.

Tragischer Unfall wirft Fragen auf

Eigentlich werden die Tiger im Zoo Zürich ohne menschlichen Kontakt gepflegt. Das heisst, dass Pfleger und Tiger nie im selben Raum sein dürfen. Weshalb dies hier nicht der Fall war, wird nun untersucht. Das Institut für Rechtsmedizin sicherte Spuren, die weitere Untersuchung wird nun von der Staatsanwaltschaft geführt.

Die Amurtigerin Irina wurde nach dem Unglück in einen abgetrennten Bereich gesperrt. Was nun mit ihr passiert, ist offen. Das hänge von den Untersuchungsergebnissen ab. Irina ist fünf Jahre alt und seit vergangenem Sommer im Zoo Zürich. Davor lebte sie in Dänemark.

Zoo-Direktor erschüttert

Bisher habe sich Irina absolut normal, also «tigermässig» verhalten, sagte Zoo-Direktor Severin Dressen. Der 32-jährige Direktor, der erst seit wenigen Wochen in Zürich tätig ist, reagierte sichtlich betroffen auf das tödliche Unglück. «Es ist tragisch, eine Mitarbeiterin auf diese Weise zu verlieren», sagte er.

Zoo-Direktor Severin Dressen und Judith Hödl, Mediensprecherin der Stadtpolizei Zürich, am Samstag an der Medienkonferenz im Zoo Zürich zum Unfall im Tigergehege, wo eine Tierpflegerin von einem weiblichen Tiger angegriffen und tödlich verletzt wurde.
© KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Seinen Einstieg in Zürich hatte sich Dressen wohl anders vorgestellt. Ein solch tragisches Ereignis gab es im Zürcher Zoo seit Jahrzehnten nicht mehr. Im vergangenen Dezember wurde zwar eine Pflegerin von einem Krokodil in die Hand gebissen, verglichen mit dem tödlichen Angriff ging der Vorfall damals jedoch glimpflich aus. Die Pflegerin überlebte, das Krokodil wurde erschossen.

Der Zoo Zürich bleibt am Sonntag geschlossen.

Quelle: PilatusToday / sda
veröffentlicht: 4. Juli 2020 15:50
aktualisiert: 4. Juli 2020 21:30