Neue Studie zeigt

TikTok bei Jungen in der Schweiz erstmals beliebter als Facebook

31. August 2021, 09:06 Uhr
Laut einer neuen Studie hat sich die Medienwelt in der Corona-Krise stark verändert: E-Banking, Online-Shopping und Streaming sind beliebter denn je. Auch bei der Nutzung von Social Media gab es einen Wandel.
Junge Menschen nutzen lieber TikTok als Facebook.
© KEYSTONE/DPA-Zentralbild/JENS KALAENE

In der Welt der digitalen Medien hat sich im vergangenen Jahr einiges getan. Nicht zuletzt durch die Corona-Krise hat sich das Nutzungsverhalten vieler Schweizerinnen und Schweizer gewandelt. Das zeigen die Resultate der neusten Studie der Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) und der WEMF AG für Werbemedienforschung.

Streamingdienste boomen 

Netflix gewinnt demnach knapp eine halbe Million neue Nutzer und hat somit neu 2,8 Millionen Schweizer Zuschauerinnen und Zuschauer. YouTube kommt auf 4,6 Millionen und Disney+ hat 650'000 User. Klassisches Fernsehen hat mit 6,3 Millionen mehr als doppelt so viele Zuschauer wie Netflix und 1,7 Millionen mehr als YouTube.

Spotify wird in der Schweiz von jeder dritten Person genutzt. Viele leisten sich dabei ein kostenpflichtiges Premium-Abo, nur im Tessin ist das Gratis-Abo mit Werbung beliebter. 6,1 Millionen Hörerinnen und Hörer konsumieren ihre Musik und Unterhaltung jedoch immer noch über das Radio.

So nutzen Schweizerinnen und Schweizer, die über 15 Jahre alt sind, die elektronischen Medien.
© IGEM

Wandel bei Social Media

Lange hatte Facebook bei Social Media die Nase vorn. Bei der jungen Zielgruppe dominiert nun aber TikTok klar. Die Videoplattform überholt Facebook im Ranking der 15- bis 24-Jährigen und gewinnt wie Instagram und LinkedIn fast 300'000 neue User dazu. Snapchat, Discord und TikTok sind laut der Statistik die Social-Media-Plattformen mit der jüngsten Nutzergruppe.

Der Messenger-Dienst WhatsApp bekommt immer mehr Konkurrenz: Alternative Apps wie Telegram und Threema haben 400'000 bis 500'000 neue User gewonnen. Telegram wird vor allem im Tessin und in der Romandie verwendet, Threema dagegen ist in der Deutschschweiz sehr beliebt. WhatsApp ist jedoch in allen Sprachregionen mit 5,6 Millionen Nutzerinnen und Nutzern immer noch der wichtigste und meistgenutzte Messenger der Schweiz.

So hat sich das Nutzungsverhalten in den letzten sieben Jahren verändert.
© IGEM

Corona-Krise und Homeoffice-Effekt

Die Corona-Krise verhilft der Schweiz gemäss Studie auch zu einem Digitalisierungsschub. Die Bezahl-App Twint und auch die Videokonferenztools Zoom und Microsoft Teams haben enorm zugelegt (plus eine Million neue User). Zudem erleben E-Banking und Online-Shopping einen grossen Wachstumsschub.

(umt)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 31. August 2021 06:09
aktualisiert: 31. August 2021 09:06
Anzeige