Heizkostenschock

Trotz doppelter Heizkosten: Bund will Einkommensschwache (noch) nicht unterstützen

14. August 2022, 09:10 Uhr
Wer mit Gas oder Öl heizt, dürfte mit der nächsten Heizkostenabrechnung sein blaues Wunder erleben. Der Mieterverband warnt vor einer Energiearmut. Der Bundesrat untersucht nun «Kompensationen für einkommensschwache Haushalte».
Steigende Nebenkosten: Die Heizung diesen Herbst lieber nicht zu weit hochdrehen?
© Keystone

Hast du genug Geld auf die Seite gelegt für die nächste Nebenkostenabrechnung? Wie die «Sonntagszeitung» berichtet, rechnet der Mieterinnnen- und Mieterverband bei Heizöl und Gasheizungen mit einer Verdoppelung der Kosten. Betroffen sind dabei sehr viele Schweizerinnen und Schweizer: Über die Hälfte der Haushalte sind noch auf Öl oder Gas angewiesen.

Besonders betroffen sind einkommensschwache Haushalte. Gegenüber der «Sonntagszeitung»  sagt etwa eine Pro-Senectute-Sprecherin, dass die Zahl der Menschen, die im Alter mit knappen finanziellen Mitteln auskommen muss, erheblich sei. Mehrere hunderttausend Menschen in der Schweiz können mit ihrem Einkommen die anfallenden Ausgaben nicht decken oder müssen zu ihrer AHV- oder IV-Rente Ergänzungsleistungen beziehen.

Im Frühjahr forderte der Mieterinnen- und Mieterverband vom Bund Massnahmen und Energiezulagen, um eine Energiearmut zu verhindern. Im April antwortete der Bundesrat, dass man im Moment keinen unmittelbaren Handlungsbedarf sehe.

Auch im August wurde der «Sonntagszeitung» vom Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) auf Anfrage mitgeteilt, dass man weiterhin keinen Bedarf für dringende Massnahmen sehe. Doch das Thema ist nicht ganz vom Tisch: Eine vom Bundesrat eingesetzte Arbeitsgruppe beschäftige sich gerade mit möglichen Kompensationen für einkommensschwache Haushalte.

(dak)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 14. August 2022 07:58
aktualisiert: 14. August 2022 09:10
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