Arbeitsmarkt

Trotz Pandemie: Schweizer Firmen schaffen Tausende neue Jobs

27. Dezember 2020, 08:25 Uhr
Hat im ablaufenden Jahr unter dem Strich am meisten neue Stellen geschaffen: Der Schweizer Detailhändler Coop.
© Patrick Luethy
In der Pandemie bauten die grössten Arbeitgeber im ablaufenden Jahr die Zahl der Arbeitsplätze weiter aus. Laut einer Umfrage am meisten neue Jobs geschaffen hat Coop. Grösste Jobabbauerin ist Manor.

Grösster Jobmacher war im ablaufenden Jahr Coop. Der Schweizer Detailhändler hat unter dem Strich 1000 neuen Stellen geschaffen und beschäftigt nun 35'890 Mitarbeitende. Das geht aus einer Umfrage der «SonntagsZeitung» hervor. Von den zehn Firmen mit den meisten Arbeitsplätzen in der Schweiz haben 2020 demnach auch Credit Suisse (300), UBS (250), SBB (226) und Migros (64) neue Stellen geschaffen. In der Coronakrise Jobs ausgebaut haben laut «SonntagsZeitung» praktisch alle Firmen im Detailhandel. Nämlich auch Fenaco – die Muttergesellschaft unter anderem von Volg und Landi –, Lidl, Aldi, Migros, Otto’s und Spar.

Zwar strichen etliche grosse und kleine Firmen in der Coronakrise Stellen – aber deutlich weniger als noch im Frühjahr befürchtet. Und so lag die Zahl der Beschäftigten im dritten Quartal am Ende gar höher als im vierten Quartal des Vorjahres. Dazu beigetragen haben nebst dem Detailhandel auch Branchen die von der Krise direkt oder indirekt profitiert haben wie etwa der Pharma- und Chemiezulieferer Lonza. Dieser schuf in seinem Werk in Visp beispielsweise 500 neue Stellen. Dort wird nun unter anderem neu ein Teil des Impfstoffs von Moderna/Biontech hergestellt.

Als grösste Jobabbauerin sticht in der «SonntagsZeitung»-Umfrage die kriselnde Warenhauskette Manor hervor. Sie strich – noch vor Ausbruch der Coronapanedemie und im Sommer – in zwei Abbaurunden insgesamt 1200 Stellen. Manor steht damit deutlich gegen den Trend im übrigen Detailhandel. Ebenfalls weiter Jobs abgebaut hat 2020 der Staatsbetrieb Swisscom – nämlich 500 Stellen. Von den zehn übrigen Firmen mit den meisten Arbeitsplätzen in der Schweiz haben im ablaufenden Jahr Swatch Group (-500), Roche (-398), Post (-242) und Novartis (-200) Jobs abgebaut. Hunderte Stellen fielen zudem in der Flugbranche weg, die wegen der Pandemie abrupt in die Krise geriet.

Zahlreiche weitere neue Stellen geplant

Unter dem Strich bauten laut der Umfrage jedoch mehr Firmen Stellen auf denn ab. Und das Schweizer Jobwunder dürfte laut «SonntagsZeitung» im neuen Jahr weiter gehen. Zwanzig der neunzig befragten grossen Arbeitgeber wollen nämlich die Zahl ihrer Arbeitsplätze ausbauen. Nur neun stehen vor einem Stellenabbau. Grösste Jobmacher im neuen Jahr werden demnach die Post, die in den kommenden Jahren mehrere hundert neue Arbeitsplätze schaffen will, Lonza, die in Visp weitere 500 Stellen schafft und der Detailhandel. Allein die Migros kündigt den Aufbau mehrerer Hundert neuer Stellen an, Fenaco plant die Schaffung von bis zu 300 Arbeitsplätzen. Bei Lidl kommen weitere rund 200 Jobs hinzu, Ähnliches plant Aldi. (sat)

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 27. Dezember 2020 07:43
aktualisiert: 27. Dezember 2020 08:25