Neue Studie

Umweltverschmutzung tötet 9 Millionen Menschen jährlich

18. Mai 2022, 14:28 Uhr
Laut einer neu veröffentlichten Studie ist Umweltverschmutzung für jeden sechsten vorzeitigen Todesfall weltweit verantwortlich. Und damit deutlich gefährlicher als Krieg, Malaria, Drogen oder Alkohol. Besonders bedenklich: Die Situation hat sich seit 2015 kaum verbessert.

Schlechte Luft, giftiges Wasser oder belastete Böden töten jährlich weltweit knapp 9 Millionen Menschen, wie eine am Mittwoch in der Fachzeitschrift «Lancet» veröffentlichte Studie aufzeigt. 6,7 Millionen vorzeitige Todesfälle seien laut der Studie auf Luftverschmutzung zurückzuführen, 1,4 Millionen auf Wasserverschmutzung und 900'000 auf Bleibelastung.

Krebs, Schlaganfall, Herzprobleme

Damit seien die Auswirkungen der Umweltverschmutzung auf die Gesundheit «sehr viel grösser als die von Krieg, Terrorismus, Malaria, HIV, Tuberkulose, Drogen und Alkohol», so die Autoren der Studie. So würden Umweltverschmutzung und Abfälle, die in Luft, Wasser und Boden gelangen, zwar selten direkt zum Tod führen, sie verursachen aber schwere Krankheiten. Dazu gehören Krebs, Lungenerkrankungen, Atemprobleme, Durchfall, Schlaganfall oder Herzschwächen.

Allein in der EU sterben laut der Studie jährlich 400'000 Personen vorzeitig aufgrund von Umweltverschmutzung. Nichtdestotrotz sei die Situation weiterhin in besonders armen Regionen der Welt äusserst dramatisch, etwa in Afrika, Asien und Südamerika.

Bleibelastung in armen Ländern steigt

Den Wissenschaftlern zufolge habe sich die Situation seit 2015 nicht verbessert. Im Gegenteil: So steige zum Beispiel die Bleibelastung vor allem in ärmeren Ländern sogar an. Und damit die Zahl der Todesfälle. Auch die mit der Industrialisierung in Zusammenhang stehenden Todesfälle nahmen zu; besonders in Asien.

Positiv sei hingegen die Entwicklung bei den Todesfällen, die durch schlechte Luftqualität in Innenräumen, unsauberes Trinkwasser und Hygienemängel verursacht werden. Nichtdestotrotz fehle weiterhin das richtige Bewusstsein für das Problem sowie die finanziellen Mittel zur Bekämpfung. «Wenn wir es nicht schaffen, auf saubere und grüne Weise wirtschaftlich zu wachsen, machen wir etwas furchtbar falsch», so Hauptautor der Studie, Richard Fuller.

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 18. Mai 2022 14:29
aktualisiert: 18. Mai 2022 14:29
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