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Gesundheit

Unter der Pandemie leiden vor allem Junge und Frauen

25. August 2021, 14:05 Uhr
Die Pandemie hat sich auf den psychischen Gesundheitszustand der Schweizer Bevölkerung ausgewirkt. Gelitten haben unter der Krise vor allem junge Menschen und insbesondere Frauen unter 30 Jahren, wie die CSS-Gesundheitsstudie zeigt.
Die Pandemie hat in der Psyche vieler Menschen Spuren hinterlassen: Der Anteil an Personen mit einem beeinträchtigten psychischen Wohlbefinden liegt bei den Frauen bei 32 und bei den Männern bei 20 Prozent. (Symbolbild)
© KEYSTONE/Ti-PRESS/ALESSANDRO CRINARI

Der Anteil Personen mit einem beeinträchtigten psychischen Wohlbefinden wegen der Pandemie liegt bei Frauen bei 32 und bei Männern bei 20 Prozent, wie es in der am Mittwoch veröffentlichten Gesundheitsstudie der Krankenkasse CSS heisst.

Die negativen Auswirkungen seien am häufigsten bei jungen Menschen zu beobachten. 38 Prozent der 18 bis 35-Jährigen geht es laut der Studie höchstens «durchzogen». 38 Prozent geben an, dass die Corona-Pandemie ihre Einsamkeit verstärkt habe. Fast ein Drittel verspürt depressive Verstimmungen und bei etwas mehr als einem Fünftel der 18- bis 35-Jährigen haben sich Angstzustände verstärkt, wie es weiter heisst.

Besorgniserregend sei die Situation bei den jungen Frauen bis 30 Jahren. Die Hälfte von ihnen bezeichne das eigene psychische Befinden als «durchzogen» oder noch schlechter.

15 Prozent aller Befragten gaben an, dass es ihnen auf mentaler Ebene immer gut gehe. Weitere 59 Prozent seien der Ansicht, dass ihr psychisches Wohlbefinden meistens gut ist.

Ein Viertel fühlt sich krank

Der Anteil der Erwachsenen, der sich als gesund oder sehr gesund einschätzt, sank in der Befragung im Vergleich zur ersten Befragung vom März 2020 von 78 Prozent auf 73 Prozent. Ein Viertel der Erwachsenen nimmt sich somit als nicht vollständig gesund oder gar als krank wahr. Mehr als die Hälfte aller Befragten und fast drei Viertel der 18- bis 35-Jährigen fühlen sich unter Druck, immer gesund und leistungsfähig zu sein.

Auffällig sei die veränderte Selbsteinschätzung der jungen Erwachsenen. Der Anteil, der sich als nicht ganz gesund oder sogar krank einschätzt, stieg seit der ersten Befragung von 16 Prozent auf 26 Prozent, wie es weiter heisst.

Die Anzahl Krankheitstage sank derweil. Unmittelbar vor der Pandemie hatte noch jede dritte Person angegeben, ein Jahr lang keinen Tag krank gewesen zu sein. Dieser Anteil liege nun bei 44 Prozent. Die Studie sieht den Grund in den Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, darunter das Tragen von Masken und Abstandhalten.

Mehr Kilos auf der Waage

Nicht zuletzt macht sich die Pandemie auch auf der Waage bemerkbar: Personen über 60 Jahre legten im Schnitt ein Kilo, Personen unter 50 Jahren dagegen 2,5 Kilo zu, wie es weiter heisst. Die zusätzliche Zeit, die durch die Krise zu Hause verbracht wurde, habe auch dazu beigetragen, dass leicht mehr Alkohol getrunken und geraucht worden sei als vor der Krise.

Auf der gesundheitsfördernden Seite sei aber auch eine Zunahme der Bewegung und gesunde Ernährung zu verzeichnen. Insbesondere die über 40-Jährigen seien aktiver als vor der Pandemie.

Das Forschungsinstitut Sotomo führte die Gesundheitsstudie im Auftrag der Krankenkasse CSS vom 22. Juni bis 07. Juli 2021 durch. Für die repräsentative Studie wurden mittels Online-Panel 2274 Personen ab 18 Jahren in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz befragt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. August 2021 14:01
aktualisiert: 25. August 2021 14:05