Impfen

Verfahren gegen Plattform www.meineimpfungen.ch eröffnet

24. März 2021, 14:55 Uhr
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Quelle: Tele 1

Nach einem vermuteten Datenleck bei der Plattform der Stiftung meineimpfungen.ch sind Bundesamt für das Gesundheit (BAG) und der Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (Edöb) aktiv geworden. Die Plattform wird vorläufig deaktiviert und ein Verfahren gegen die Betreiber ist eingeleitet.

Ins Rollen gebracht hatte die Geschichte das Online-Magazin «Republik». Laut einem Tweet vom Dienstag sind 450'000 Impfdaten der elektronischen Plattform myCOVIDvac.ch, darunter 240'000 von Covid-19-Geimpften, offen zugänglich für alle und manipulierbar.

Diese Plattform wird laut BAG von der Stiftung meineimpfungen.ch im Auftrag des BAG betrieben und dokumentiert Impfungen gegen das Coronavirus im elektronischen Impfbüchlein www.meineimpfungen.ch. Die Dokumentation ist freiwillig.

Plattform ist deaktiviert

Beim BAG hiess es am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass man durch externe Hinweise von möglichen gravierenden Sicherheitsmängeln bei der elektronischen Plattform myCOVIDvac.ch erfahren habe. Das BAG habe die Stiftung sofort beauftragt, den Hinweisen nachzugehen und die Mängel zu beheben. Bis dahin werde die Plattform myCOVIDvac.ch deaktiviert. Die Stiftung hat laut BAG bereits erste Schritte eingeleitet.

Aktiv geworden ist auch der Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (Edöb). Er hat auf eine Anzeige von «Republik» hin ein formelles Verfahren gegen die Betreiberin der Plattform eröffnet. Der Edöb erachte die vom Online-Magazin geltend gemachten Datenschutzverletzungen nach einer summarischen Prüfung der zugänglichen Informationen als plausibel, heisst es in einer Medienmitteilung vom Dienstag. Er habe die Stiftung aufgefordert, die Plattform bis auf Weiteres vom Netz zu nehmen.

«Die Datenbearbeitung der Impfplattform ist geeignet, die Persönlichkeitsrechte einer grossen Zahl von Personen zu verletzen, zumal es sich in diesem Fall um besonders schützenswerte Personendaten betreffend die Gesundheit handelt», heisst es in der Edöb-Mitteilung.

Die Verantwortlichen der Stiftung seien nun aufgefordert, gegenüber dem Beauftragten sehr rasch zu den erhobenen Vorwürfen und der Anzeige Stellung zu nehmen. Ausserdem erwarte der Beauftragte Angaben über allfällige Datenverluste. Aufgrund des laufenden Verfahrens könne sich der Edöb derzeit nicht weitergehend zum Fall äussern.

Konsumentenschutz fordert Schliessung auf Dauer

Kritik hagelte es auch von der Stiftung für Konsumentenschutz. Die Tätigkeit von meineimpfungen.ch müsse sofort und auf Dauer gestoppt werden, heisst es in einer Medienmitteilung. Nach diesem Datenleck müsse das BAG endlich seine Verantwortung wahrnehmen und für einen sicheren und verlässlichen Impfausweis sorgen, der zudem auch kompatibel für internationale Reisen sei.

Der Konsumentenschutz fordert, dass Personen, die sich bereits registriert hätten informiert werden, ob es zu einem Missbrauch ihrer Daten gekommen ist.

Bei der Medienkonferenz am Mittwoch nahm das BAG Stellung:

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Quelle: CH Media Video Unit

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. März 2021 14:56
aktualisiert: 24. März 2021 14:55